Die Geschichte der Muskelkraftfahrzeuge kann bis in das 13. Jahrhundert vor Christi zurückverfolgt werden. Hier soll es bereits erste nicht lenkbare Laufmaschinen gegeben haben. Das Fahrrad wie wir es kennen stammt jedoch von der Drais-Laufmaschine aus dem Jahre 1817, erfunden von Karl von Drais, ab. Durch Hinzufügen von Tretkurbelantrieb und Luftreifen entstand so über Jahrzehnte das heute bekannte Fahrrad. Als Prototyp des modernen Fahrrads gilt das Rover III von John Kemp Starley aus dem Jahre 1886. Dieses besaß bereits den heute üblichen Kettenantrieb. Mit der Erfindung des Luftreifens von John Boyd Dunlop im Jahre 1888 wurde das Fahrrad noch einmal revolutioniert.

Vom Laufrad zum Fahrrad



In den darauffolgenden Jahren gewann das Fahrrad immer mehr an Beliebtheit bei jung und alt. Weitere Erfindungen wie 1903 die Nabenschaltung, oder 1908 die Torpedo-Freilaufnabe mit Rücktritt, werteten das Fahrrad zunehmend auf und machten es sicherer und komfortabler. Anfang der dreißiger Jahre entstand in Amerika eine neue Art des Fahrrads, der sogenannte Cruiser (engl. für „Kreuzer“, bzw. vom englischen Wort „to cruise“ – etwa „langsam fahren“). Die ersten Cruiser gab es bereits um 1910, doch in den dreißiger Jahren hatten sie ihre erste Blütezeit. Ausgestattet mit breiten Ballonreifen und mit dem typisch geschwungenen Oberrohr, oftmals mit Tankattrappen versehen, wurden sie zum Inbegriff des gemütlichen Umherkreuzens und waren auch im unwegsamen Gelände hervorragend dafür geeignet. Bis in die fünfziger Jahre konnten sich diese Cruiser-Fahrräder auch in Europa durchsetzen.

Pornoschaltung und Bananensattel



Anfang der sechziger Jahre verlor der Cruiser dann zunehmend an Popularität und wurde durch moderne und leichtere Sportfahrräder ersetzt. Selbst die für Kinder gedachten “Muscle-Bikes” verschwanden nach und nach von der Bildfläche. Erst in den späten siebziger Jahren wurde dieser Trend mit dem hierzulande sehr bekannten Bonanzarad wieder belebt. Das Bonanzarad mit seinem unverkennbaren Bananensattel und der Kulissenschaltung zwischen den Beinen, weshalb man diese auch humorvoll “Pornoschaltung” nannte, zog zu jener Zeit in vielen Haushalten ein. Beachcruiser hingegen erlebten bei der Retro-Welle Anfang der neunziger Jahre nochmal eine kleine Renaissance, bis sie dann völlig verschwanden. Erst in den letzten Jahren stieg das Interesse an diesen historischen Fahrrädern enorm an. Jedoch sind gut erhaltene Beachcruiser sehr schwer zu bekommen, und Modelle wie das “Bluebird” der Marke Elgin aus dem Jahre 1935 erreichen bei Auktionen bis zu fünfstellige Beträge (Auktion aus dem Jahre 2011 im Auktionshaus Bonhams).

Bekannte Hersteller von Fahrrädern und  Beachcruisern der vergangenen Zeit, die teilweise auch heute noch produzieren:

Bekannte Hersteller von Fahrräder und modernen Beachcruiser:

Quellennachweis: gracesguide.co.uk, fahrzeug-museum-suhl.de, 
spiegel.de, planet-wissen.de,sixthreezero.com

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