Gamaschen

Das fast vergessene Schuhkleid

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5 Min. Lesezeit

Den Ursprung hat dieses Kleidungsstück beim Militär, später fand es auch den Weg in die Zivilkleidung, und heute wird es eigentlich nur mehr im Sport verwendet – die Rede ist von Gamaschen. Gamaschen sind ein Kleidungsstück, das an das Schuhwerk anschließt und Teile des Fußes bedeckt. Es dient als Schutz gegen Verletzungen, Schmutz und Kälte. Meist aus Tuch, Leinwand oder Leder gefertigt werden sie, je nach Ausführung, um den Knöchel gewickelt, geschnürt oder geknöpft.

Die Gamasche beim Militär


Im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert gehörten Leinengamaschen zur Uniformierung der Fußtruppen der westlichen Armeen. Diese Art von Gamaschen knöpfte man entweder als knielange Variante über die Hose oder trug sie in gekürzter Form unter dem Hosenbein. Aber auch im 20. Jahrhundert waren verschiedenartige Gamaschen bei vielen Armeen Teil der Ausrüstung. Sehr bekannt sind hier wohl die Wickelgamaschen der britischen Armee während des ersten Weltkrieges. Wickelgamaschen – oder auch Beinwickel – sind vermutlich die älteste Form von Gamaschen, denn diese kannte man schon in der Antike. Die alten Römer trugen schon Beinwickel, um ihre Beine und Füße zu schützen.

Modisches Zubehör der Biedermeierzeit


Der Nostalgiker mit Gamaschen von Mad Made

Im zivilen Bereich fand eine gekürzte Gamasche mit Steg Anklang und wurde zu knöchellangen Hosen getragen. Ab 1900 wurde sie zudem fester Bestandteil des Cutaway, in schwerer weißer Wollstoff-Ausführung gefertigt. Danach geriet die Gamasche als Modeaccessoire wieder ein wenig in Vergessenheit. Später trug man sie erneut zum Tagesanzug und zu knöchellangen, umschlaglosen Hosen. Auch für sportliche Betätigungen gab es damals schon spezielle Gamaschen. Mitte der 20iger-Jahre verlor die Gamasche wiederum an Bedeutung, um bereits in den 30iger-Jahren abermals aufzuleben: diesmal als Zubehör zu gestreiften Hosen – jeder kennt die Bösewichte aus diversen Filmen mit Nadelstreif-Anzug und weißen Gamaschen. 

In der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre wurden knielange Gamaschen zu kurzen Mänteln oder Miniröcken getragen. Die sogenannten “Legwarmers” kann man als gestrickte Variante der Gamaschen ansehen, und diese fanden auch in den Achtzigerjahren im Ballet oder beim Aerobic viel Zuspruch.

Heute findet man Gamaschen noch recht häufig im Sport, wie zum Beispiel beim Radfahren, Schifahren oder im Wandersport. In der Alltagskleidung sind Gamaschen jedoch fast zur Gänze ausgestorben und finden nur noch bei Kostümen anwendung. 

Woher bekommt der Nostalgiker nun Gamaschen?


Als Freund von altmodischer Bekleidung und meist dementsprechenden Lebensstils stellt sich nun die Frage, wo man heutzutage noch echte Gamaschen käuflich erwerben kann. Außer im Kostümgeschäft wohl nirgends mehr. Es bleibt keine Möglichkeit, als sich entweder auf Flohmärkten nach echten Originalen von früher umzusehen, oder den Schneider seines Vertrauens zu überreden, welche nach Maß zu schneidern. 

Um Ihnen die Sache aber zu erleichtern, haben wir jemanden gefunden, der sich auf handgeschneiderte Raritäten spezialisiert hat und die entsprechende Ausstattung für Rollenspieler und Enthusiasten herstellt. Mad Made ist ausgebildete Schneiderin und seit 2004 Mitglied in der deutschen Rollenspielgruppe “Die Pömpler”. In den letzten Jahren entstanden so viele wunderbare Kostüme, sodass sie aus Liebe zum Hobby ihre kleine Online-Schneiderei ins Leben rief. 

Mad Made – maßgeschneiderte Unikate


In ihrem kleinen Online-Katalog sind unter anderem einige Gamaschen für Damen und Herren ausgestellt. Die Bestellung erfolgt einfach per elektronischer Post, dort können auch gleich Sonderwünsche (Material, Farbe und Design) mitgeteilt werden. Aufgrund der Auftragslage hat die Fertigung und Lieferung unserer zwei Paar Maßgamaschen rund drei Wochen gedauert. Die Gamaschen sind aus hochwertigem Baumwollstoff gefertigt und sauber vernäht. Aufgrund der Maßanfertigung schmiegen sie sich exakt an den Fuß und passen dementsprechend perfekt. Das Gummiband ist fest und dick und hält bestimmt vielen Kilometern Fußmarsch stand. Damit tragen Sie nicht nur gewöhnliche Gamaschen sondern ein stilvolles Unikat an Ihren Füssen.

Frau Madeleine Schüttler hat uns mit Ihrer Arbeit überzeugt, und wir können sie allen Gamaschenliebhabern, Nostalgikern und Rollenspielern wärmsten empfehlen. Beachten Sie jedoch auch die anderen Produkte von Mad Made, hier sind einige Gustostückerl darunter wie zum Beispiel die handbespannten Flanierschirme.

Quellennachweise: mad-made.de

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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