Glückliche Menschen
Photo: StockSnap, Pixabay

Nostalgiker sind die glücklicheren Menschen

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Ich bin nostalgisch! Ich denke gern an früher und lebe dennoch ganz gerne im Heute. Manchmal vermisse ich sogar Sachen von früher. Früher war vieles einfacher und gerader. Seien wir mal ehrlich, die moderne Technik und der Fortschritt machen unser heutiges Leben sicherlich einfacher, aber damit auch um ein vielfaches komplizierter. Denn heute ist immer etwas los! Ständig muss man an Dinge denken, die zu erledigen sind und andauernd möchte jemand etwas. Die Zeit ist heute unser größter Feind.

Denn in schönen Erinnerungen schwelgen tut gut

Früher war mir öfters fad. Sehr fad sogar. Aber das war okay. Das Telefon klingelte nicht, niemand klopfte an der Türe, keiner wollte etwas. Es war die Ruhe und Entspannung zwischen den Erlebnissen, die das Leben stressfreier machten. Man konnte das Erlebte verarbeiten und es immer und immer wieder gedanklich durchleben. Heute hat man dafür gar keine Zeit mehr. Und selbst wenn heute Menschen langweilig ist, dann posten sie in den sozialen Medien, dass ihnen langweilig ist. Dazu ein hübsches Bildchen mit hochgelegten Beinen vorm Kamin. Interessiert das eigentlich irgendwen?

Und dann fängt auch schon der Stress an, Internet macht Stress. Jeder will der beste und schönste sein und aller Welt zeigen, was er gerade macht oder eben gerade nicht macht. Wir kümmern uns so sehr um die anderen Menschen, dass wir uns selbst dabei ganz vergessen. 

Nostalgiker sind besser dran

Ich bin nostalgisch und ich sitze oft herum und sinniere über Vergangenes. Die Zeit nehm ich mir. Ich lasse die Vergangenheit Revue passieren. Es gab gute Zeiten und es gab schlechte Zeiten. Es gab Dinge, die ich gut gemacht habe; Dinge die ich nicht missen möchte und es gab Fehler, viele Fehler, die ich gemacht habe. Aber dies alles ist passiert und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. 

Psychologen der Universität Southampton haben herausgefunden, dass Nostalgiker grundsätzlich besser dran sind. Denn weil sie eine Vergangenheit haben, mit der sie sich identifizieren können, haben sie eine stabilere Selbstwahrnehmung. Wenn Menschen angeben, nostalgisch veranlagt zu sein, sind sie damit insgesamt glücklicher. Dies liegt konträr zur allgemeinen Wahrnehmung des Nostalgikers, den man ja oft und gerne als rückwärtsgewandten Menschen betrachtet, der lieber jammert, dass früher alles besser war, als frohgestimmt in die Zukunft zu blicken. Psychologisch gesehen liegt das Heil jedoch wirklich in der Vergangenheit.

Vorwärtsdenker hingegen haben es wohl schwerer. Auch wenn sie das nicht wahrhaben wollen, aber da sie schon fast in der Zukunft leben, versäumen sie das wesentliche. Sie können auch selten genießen oder etwas Bestehendes auskosten. Kaum kommt etwas neues auf den Markt oder es ergibt sich ein neuer Trend, sind sie schon mitten drinnen und oft schon einen Schritt weiter als alle anderen – getrieben von der Angst, irgendetwas zu verpassen oder sich mit Veraltetem zu blamieren.

Qellenangaben: welt.de; southampton.ac.uk

Andrew Grimes

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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