Wilde Verfolgungsjagden in den dreißiger Jahren zwischen Gangstern und Polizei prägten die Entwicklung des heutigen Motorsports. Ein Stockcar, also ein “Auto aus dem Lager”, gemeinhin als Serienfahrzeug bekannt, hat seinen Ursprung in den USA während der Zeit der Prohibition. Seinerzeit produzierten einige Amerikaner illegal Spirituosen (umgangssprachlich “Moonshiner” genannt), indem die sogenannten “Moonshiners” vorwiegend des Nachts den verbotenen Alkohol  in geheimen Verstecken brannten. Für die Auslieferung wurden eigens Fahrer angeheuert, die das illegale Gut von der Brennerei zu den Kunden ausliefern.

Moonshiner und Gangster


Die Fahrer begannen daraufhin ihre Fahrzeuge zu verbessern, um sie eben schneller und stabiler zu machen. Erste Aufzeichnungen darüber führen in die Zwanzigerjahre des zwanzigsten Jahrhunderts zurück. Etwa ab 1930 organisierten die Fahrer kleine illegale Rennen, um zu sehe, wer den das schnellste Automobil habe und der beste Fahrer sei.

Bill France Sr. erkannte nach einigen Rennen ein Problem in den Unterschieden der Fahrzeuge und Rennstrecken. Er trommelte einige Fahrer zusammen, um bei einem Meeting allgemeine Regeln für diese Art von Rennen aufzustellen. Im Jahre 1948 gründete France Sr. dann die “National Association for Stock Car Auto Racing”, kurz NASCAR genannt. Der Grundstein zu einer neuen Motorsportart war damit gelegt worden.Traditionelle Rennen werden auf einem Ovalkurs ausgetragen, heute meist auf asphaltierten Fahrbahnen, damals aber auch teilweise auf losem Untergrund.

Die Geburt des Muscle Cars


Langsam sprangen auch die Hersteller auf diesen Zug auf und erkannten das Potential dieser neuen Sportart. 1949 entwickelte Oldsmobile das Oldsmobile Rocket 88 mit einem kraftvollen V8 Motor. Dieses Fahrzeug gilt außerdem als das erste “Muscle Car”. Immer mehr Automobile dieser Art wurden gebaut und die Szene wuchs weiter an. Zwischen 1950 und 1970 boomte diese Rennserie und fand unzählige internationale Fans. Zudem wurde diese Sportart, neben den bekannten und ursprünglichen NASCAR-Serien, auch als abgewandelte Version auf Rennstrecken mit losem Untergrund (Dirt Track Racing) abgehalten.

Über die See nach Europa


Ende der Sechzigerjahre entwickelte sich die Szene auch in Europa. Die ersten Anfänge der europäischen Stockcar-Szene führen nach Deutschland und Luxemburg. Hierzulande wurden diese Rennen meist auf einem etwa 500 Meter langen Ovalkurs mit losem Untergrund ausgetragen. Weiters war es ausdrücklich erwünscht dabei Gegner zu rammen und zu drängeln. Vermutlich wurde aus dieser Sportart das heute sehr beliebte “Crashcar Racing” abgeleitet, sichere Quellen dafür gibt es allerdings nicht.

Sehr beliebt waren jedenfalls die sogenannten “Banger Races” in England und im skandinavischen Raum, die bis heute in dieser Form bestehen. Ebenfalls auf einem kurzen Rundkurs mit unterschiedlichen Bodenbelägen ausgetragen, darf auch hier gerempelt und kollidiert werden. Sieger ist derjenige Fahrer, der mit einem noch halbwegs fahrtüchtigen Fahrzeug als erster die Ziellinie überquert.

Modernes Stockcar Racing in Österreich


Stockcar Racing erlebte im Jahre 2005 durch Stefan Raab, der die “TV total Stock Car Crash Challenge organisierte, einen Aufschwung in Europa. Kurz darauf fand dieser Sport wieder mehr Beliebtheit beim Publikum und einige neue Serien wurden gegründet. So auch in Österreich. Initiator war Manfred Stohl, der im Jahre 2011 erstmals traditionelle Stockcar-Rennen nach Österreich brachte – Stockcar Racing Austria. “Günstiger und sicherer Motorsport für Jedermann” lautete damals das Motto. Hausstrecke war und ist bis heute die Speedway-Strecke in Natschbach. Bis heute finden dort jährlich und regelmäßig Stockcar-Rennen statt.

Nächster Termin ist der 25. Mai 2019. Weitere Details finden Sie auf der offiziellen Webseite von Stockcar Racing Austria.

Quellennachweis: news.at; stockcar-racing.com; fia.com;
austria-motorsport.at; gentlemansgazette.com

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