Black Lives Matter

Amerika und seine Sklaven

5 Min. Lesezeit

Die Geschichte der Sklaverei ist so alt wie die Menschheit selbst. Von den Hochkulturen des Altertums eroberte die Sklaverei über sehr lange Zeit die ganze Welt. Angefangen vom alten Ägypten über die Sklaverei im antiken Griechenland oder im römischen Reich, weiter zu den Chasaren und Wikingern, bis hin in die Vereinigten Staaten und jüngst auch in der NS-Zeit war die Sklaverei noch sehr gebräuchlich. 

Black Lives Matter

Anlass zu derartigem Gedankenaustausch gibt die aktuelle Bewegung “Black Lives Matter”, die durch den Todesfall George Perry Floyd entstanden ist. Der 46-jährige Afroamerikaner wurde am 25. Mai 2020 in Minneapolis bei einer gewaltsamen Festnahme durch die Polizei getötet. Seit diesem Vorfall gingen weltweit die Wogen hoch, und es kam zu unzähligen Ausschreitungen, Plünderungen, Zerstörungen und Gewaltdelikten durch Demonstranten dieser Bewegung. Dabei wurden viele weitere unschuldige Personen mit dem Leben bedroht, verletzt oder gar getötet. All dies gibt doch gehörig zu denken. 

Fest steht, dass solche Vorfälle sehr tragisch sind und dass die verantwortlichen Polizisten ihre gerechte Strafe erhalten müssen. Dennoch stellte sich unsere Redaktion die Frage, ob diese Gewaltexzesse der Gegenbewegung denn zielführend und sinnvoll sind? Ebenso könnte man die Wortwahl “Black Lives Matter” ein wenig kritisieren, denn sind es nicht alle Leben, die zählen? Egal, ob schwarz, weiss, braun, gelb oder regenbogenfarben?

Das brutale Knie der Polizei

In Amerika kamen in der Vergangenheit immer wieder Menschen durch derartige Vorgehensweisen der Polizisten ums Leben. Das Fixieren durch das Knie am Rücken scheint weltweit gängige Polizeipraxis zu sein und kostete bereits vielen Personen das Leben, darunter auch weisse Personen. So starb im Januar 2020 ein Mann bei einer Festnahme durch japanische Polizisten in Inazawa. Auch im deutschen Ahrensburg kam im Herbst 2019 ein Mann durch die Fixierung der Polizei ums Leben. Ein ziemlich ähnlicher Vorfall ereignete sich im letzten Sommer in Karlsruhe, Deutschland. Diese schrecklichen Vorfälle passieren jedoch durch Fehlverhalten und Brutalität und haben wohl mit Rassismus wenig zu tun. 

Sklaverei in Amerika

Alles begann etwa im 17. Jahrhundert. Damals wurden Menschen aus Afrika nach Amerika gebracht und vorwiegend in den Südstaaten als Arbeitskräfte eingesetzt. Menschen wurden seinerzeit wie Ware gehandelt und dafür gab es in den Südstaaten sogar eigene Sklavenmärkte. Soziale und politische Konflikte zwischen den Nordstaaten und Südstaaten führten schließlich zum Bürgerkrieg. Mit dem Ende dieses Krieges im Jahre 1865 wurde auch die Sklaverei abgeschafft. Alle Leibeigenen wurden daraufhin in die Freiheit entlassen.

Aber auch nach der Befreiung wurden Schwarze immer wieder Opfer von Rassismus. Im Jahre 1866 wurde der Ku-Klux-Klan im Süden der USA gegründet, um die kolonialen Lebensformen zu erhalten. Dieser Klan verfolgte schwarze Menschen und schreckte auch vor Mord nicht zurück. Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gehörte die Rassentrennung zum Alltag in Amerika. Dagegen kämpfte ab den 1950er-Jahren der radikale Kritiker Malcom X in der beginnenden Bürgerrechtsbewegung unter Martin Luther King. Die gewaltlose Integrationsstrategie von Martin Luther King wurde besonders stark von den Schwarzen aus den ländlichen Südstaaten unterstützt. Während der Norden des Landes als “gelobtes Land” bezeichnet wurde, wo schwarze Bürger von der weissen Bevölkerung bereits weitgehend akzeptiert wurden. Anders sah dies Malcom X, der dieses gewaltlose Vorgehen Kings sogar als “Verbrechen” bezeichnete. Er war viel radikaler und forderte zum Kampf gegen die weißen Völker auf.

Rassismus gegen Weiße?

In der Online-Enzyklopädie Wikipedia heißt es dazu: “Rassismus ist eine Gesinnung oder Ideologie, nach der Menschen aufgrund weniger äußerlicher Merkmale – die eine bestimmte Abstammung vermuten lassen – als ‘Rasse’ kategorisiert und beurteilt werden.” Demnach kann Rassismus jeden Menschen betreffen. Den aktuellen Bewegungen und den medialen Berichterstattungen zufolge scheint es jedoch Rassismus gegenüber Weißen nicht wirklich zu geben. Wie oben erwähnt steckt in dem Slogan “Black Lives Matter” schon eine kleine rassistische Botschaft gegenüber allen Menschen, die eben nicht Schwarze sind. Auch werden Vergehen von dunkelhäutigen Personen gegenüber weissen Personen medial viel weniger beleuchtet. Ob dies nur ein kläglicher Versuch der Wiedergutmachung ist, oder ob es in unserem Gedankengut wirklich keinen Rassismus gegenüber weißen Menschen gibt, sei dahingestellt. 

Quellennachweise: blacklivesmatter.com; n-tv.de; sumikai.com; welt.de; de.wikipedia.org

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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