Am 27. Dezember 1901 in Berlin geboren, galt Marlene Dietrich jahrzehntelang als anbetungswürdige Femme fatale. Der vielleicht einzige deutsche Weltstar war 1929 mit dem Film „Der blaue Engel“ von Josef von Sternberg auf einen Schlag berühmt geworden. Zu ihren erfolgreichsten Filmen zählten “Herzen in Flammen” (1930), “Shanghai-Express” (1932) und “Der große Bluff” (1939).

Doch “die Dietrich” widmete sich nicht nur ihrer Karriere. Ein Jahr vor Kriegsausbruch zog sie nach Paris und begann, Flüchtlinge aus Deutschland aktiv und finanziell zu unterstützen. Im Jahre 1939 legte Marlene Dietrich dann die deutsche Staatsbürgerschaft ab und nahm die US-amerikanische an. 

Die Frau an der Front


Ihr Geliebter, Jean Gabin, meldete sich in den USA freiwillig zu den französischen Befreiungsstreitkräften. Dietrich wollte ebenfalls ihren Teil zum Kampf gegen den Nationalsozialismus beitragen und entschloss sich, wenn sie schon nicht wie ein Mann kämpfen konnte, dann wenigstens als Sängerin für die Soldaten an der Front aufzutreten.

Wegen ihrer bedingungslosen Solidarität für die kämpfenden GI`s wurde sie eine der beliebtesten und begehrtesten Akteurinnen der US-amerikanischen Truppenbetreuung in Afrika und Europa. Für Marlene Dietrich war dies nicht immer ungefährlich. Während der Ardennenoffensive entkam sie beispielsweise nur ganz knapp einer Gefangennahme.

Bei der Durchquerung Deutschlands wurde Dietrich auch von einigen deutschen Frauen erkannt und überraschenderweise mit großer Freude begrüßt. In Stolberg bei Aachen sammelten einige Frauen Zutaten, um Marlene Dietrich mit einem selbstgebackenen Willkommenskuchen empfangen zu können.

Das Kriegsende erlebte Dietrich mit den amerikanischen Truppen im tschechischen Pilsen. 

Später resümierte sie über die Zeit an der Front, nie wieder solch einen intensiven Kontakt zu ihrem Publikum gehabt zu haben. Im Frühsommer 1945 kehrte Marlene Dietrich wieder nach New York zurück. 

Medal of Freedom


Ihr politisches und soziales Engagement gegen das NS-Regime fand international deutlich mehr Würdigung als in ihrem Heimatland Deutschland. Dort stieß ihr Handeln auf viel Unverständnis, denn damit sei sie nicht nur gegen Hitler aufgetreten, sondern auch gegen viele Millionen deutscher Soldaten. Der Begriff “Verräterin” wurde vielfach verwendet und auch bis heute noch diskutiert.

1947 erhielt Marlene Dietrich die “Medal of Freedom”, den höchsten Orden der USA für Zivilisten. Darauf folgte 1950 die Verleihung des Titels “Chevalier de la Legion d’Honneur” (Ritter der Ehrenlegion) durch die französische Regierung. Später beförderten die damaligen französischen Präsidenten sie für ihre Verdienste zum “Officier” und schließlich zum “Commandeur” der Ehrenlegion.

Der Rückzug


Später startete Marlene Dietrich eine zweite Karriere als Sängerin. Mit rauchiger Stimme sang sie Lieder wie „Sag mir wo die Blumen sind„. In den 60er- und 70er-Jahren zog sich der Star immer mehr aus der Öffentlichkeit zurück und ließ sich nie mehr fotografieren: „Man hat mich zu Tode fotografiert„, sagte Marlene Dietrich bei einem damaligen Interview.

Die Filmdiva – Inbegriff lasziver Weiblichkeit und kühler Verführung – sei, so sagt man, trotz vieler Freunde und noch mehr Liebhabern ein einsamer Mensch gewesen.

Quellenangaben: kurier.at; Dokumentarfilm “Marlene Dietrich - Her own song”;

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