Vergangene Woche ging wieder einmal das berühmteste Motorradrennen auf der Isle of Man über die Bühne. Die bekannte “Tourist Trophy” ist das älteste und wohl gefährlichste Motorradrennen der Welt. Schon seit 1907 wird der “St. John’s Short Course” als Rundkurs genutzt, seit 1911 fährt man auf dem längeren “Snaefell Mountain Course” oder kurz “Mountain Course” genannt. Die Streckenführung erfolgt ausschließlich über öffentliche Straßen. Die Strecke ist 60,725 Kilometer lang und verfügt über gut 200 Kurven.

Die Anfänge der Tourist Trophy


Schon im Jahre 1911 bekamen diese Rennen eigene Namen, so starteten die Piloten mit Maschinen bis zu 350 cm³ in der “Junior TT”, an der “Senior TT” mit Motorrädern bis 500 cm³ Hubraum. Die Rennen erfreuten sich in den darauffolgenden Jahren sehr großer Beliebtheit bei Zusehern und auch Fahrern. Auch die Kommerzialisierung dieser Veranstaltung nahm stetig zu. Erst der erste Weltkrieg zwang die TT in eine kurze Pause. Danach wurden weitere Klassen wie die “Lightweight” gegründet, die teilweise bis heute gefahren werden. In den Jahren zwischen 1940 und 1946 kam es zu einer zweiten kriegsbedingten Unterbrechung der “Tourist Trophy”.

Motorradweltmeisterschaft


Bis 1949 zählte die Tourist Trophy als eigenständiges Rennen, doch in diesem Jahr änderte sich die Geschichte dieses Rennens schlagartig. Die “FIM” (Fèdèration Internationale de Motocyclisme) plante eine Weltmeisterschaft für Motorradrennen, bei der das Rennen auf der Isle of Man das Eröffnungsrennen der ersten Motorradweltmeisterschaft 1949 war. Bis zum Jahr 1976 war die TT ein Teil der Motorradweltmeisterschaft geblieben. Fahrer boykottierten das Rennen aufgrund vieler schwerer und tödlicher Unfälle in der Vergangenheit, und so beschloß die FIM, das Rennen ab dem Jahr 1977 aus dem Rennkalender der Weltmeisterschaft zu streichen. Heute ist die “Tourist Trophy” wieder ein eigenständiges Rennen, das sich jährlich wiederholt.

Agostini, Hailwood & Dunlop


Zweiradhelden wie Giacomo Agostini oder Mike Hailwood haben der TT ihren Stempel aufgedrückt und machten das Rennen durch ihre zahlreichen Siege populärer. Agostini gewann die “Tourist Trophy” sechsmal, Mike Hailwood sogar vierzehnmal in verschiedenen Klassen. Seit 2009 kann man auch Michael Dunlop zu den Größen der TT zählen. Bis heute gewann er sagenhafte achtzehnmal dieses waghalsige Rennen in diversen Rennklassen.

Die Fahrer der TT zählen zu den waghalsigsten der Welt. Manche meinen auch, sie seien die wahnsinnigsten Fahrer, die es gibt. Bei jedem Rennen kämpfen sie gegen die Grenzen von Mensch und Maschine, sie gehen ans absolute Limit und bezwingen den Tod. Immerhin starben bei diesem Rennen zwischen 1911 und 2019 258 Piloten bei Unfällen. Beim Rennen 1970 beispielsweise starben insgesamt sechs Menschen, und im Jahre 2017 kamen innerhalb von 24 Stunden drei Fahrer ums Leben. Trotz all dieser Tragödien lassen es sich die tollkühnen Piloten nicht nehmen, an diesem Rennen teilzunehmen. Es scheint Teil der Faszination zu sein. Viele Fahrer lieben die Nähe zum Tod und wäre das Rennen harmlos und ungefährlich, würden sie daran nicht teilnehmen. Stellt man sich dieser irrsinnigen Herausforderung und kann den “Mountain Course” bezwingen, wird man Teil des Mythos und reiht sich unter all die anderen Gladiatoren, die mit dem Tod gerungen und gewonnen haben.

Quellenachweise: nachrichten.yahoo.com; de.motorsport.com; 
iomttraces.com; Der Vintage Flaneur, Ausgabe 34

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