Als “Pomade” bezeichnet man ein Haarpflegeprodukt für Herren, das im Grunde mit Geruchsstoffen angereichertes Fett ist. Pomade wurde erstmals im 18. Jahrhundert nachweislich benutzt und war damals lediglich dem Adel vorbehalten. In den damaligen Zeiten war dieses Produkt ein sehr exquisites und teures Pflegemittel, das sich nicht jedermann leisten konnte.

Ursprünglich wurde Haarpomade aus Äpfeln hergestellt. Der Name leitet sich daher auch vom französischem Wort “pomme” für Apfel ab. Heute wird Pomade aus verschiedenen Fetten und Ölen, wie beispielsweise Vaseline, Bienenwachs, Kokosnussöl oder Olivenöl hergestellt.

Die wilden Zwanziger


Ein Durchbruch gelang dem Produkt Pomade in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Vor allem Afroamerikaner verwendeten es, um ihr krauses und festes Haar zu bändigen. Berühmtheit erlangte das Pflegeprodukt dann durch den Stummfilmschauspieler “Rudolpho Valentino”, der sein Haar stets mit viel Pomade nach hinten gekämmt trug. Ab den frühen 30er Jahren war die Pomade dann nicht mehr aus den Badezimmern der Männerwelt wegzudenken.

Eine weitere Hochzeit erlebte dieses Haarfett durch Elvis Presley in den Fünfzigerjahren. Kaum ein Mensch denkt bei dem Wort “Haartolle” oder “Geltolle” nicht sofort an Elvis. Durch das Aufkommen anderer Haarpflegeprodukte verlor die Pomade zunehmend an Popularität. Neue Haarwachse und Gels vereinfachten die Haarpflege sowohl bei Damen als auch bei Herren. Heute wird die klassische Pomade nur mehr von alternativen Szenen benutzt.

Pomade versus Haargel


Der bedeutendste Unterschied zwischen klassischer Pomade und modernen Haarpflegeprodukten liegt am Inhaltsstoff Alkohol. Alkohol ist heute fester Bestandteil bei solchen Produkten, in echter Pomade ist niemals Alkohol enthalten. Grundsätzlich ist Pomade daher sogar gesünder für das Haar, denn es trocknet weniger schnell aus und wird aufgrund des hohen Fettanteil geschmeidiger und glänzender. Ein großer Nachteil bei Pomade ist allerdings die Haltbarkeit, denn Pomade hält besser als einem manchmal lieb ist. Oft kann echte Pomade nur durch mehrmaliges Haare waschen entfernt werden. Moderne Pomade gibt es jedoch schon auf Wasserbasis und diese kann problemlos und rückstandslos ausgewaschen werden.

Der Mythos Dapper Dan


Szenekenner wissen, dass sich um die Marke “Dapper Dan” einige Mythen ranken. Genauer gesagt geht es um den Film “O Brother, Where Art Thou” mit George Clooney, der in die Rolle des  “Everett McGill” hüpft. Der Schönling ist immer um seine Haarpracht bemüht und hüllt diese des nächtens sogar in ein Haarnetz. Für das Haarstyling verwendet “McGill” freilich Pomade, wie eben echte Männer dies in den 30er Jahren taten. In einem kleinen Drugstore in einem verlassenen Örtchen möchte “Everett McGill” Pomade von Dapper Dan kaufen. Der Verkäufer bedauerte jedoch, dass er diese nicht im Sortiment habe, er könne ihm jedoch eine der Marke “FOP” anbieten. Aus dieser Filmszene resultiert das vermutlich berühmteste Zitat des Kultfilms:

Well, I don’t want Fop, goddamn it! I’m a Dapper Dan man!” [sic]

Seither fragen sich viele Fans, ob es denn diese Pomade früher wirklich gab. “Dapper Dan” und auch “FOP” sind Erfindungen der Coen-Brüder. Lediglich im Rahmen einer Werbeaktion nach Erscheinen des Films wurden damals einige Dosen “Dapper Dan” verteilt.

Erst im Jahre 2011 wurde die “Dapper Dan Ltd.” in Sheffield in England gegründet. Einen Zusammenhang mit dem Film “O Brother, Where Art Thou” konnten wir aus der Firmengeschichte nicht herauslesen.

Tipp: Wenn Sie hartnäckige Pflegeprodukte aus dem Haar waschen möchten, einfach das Shampoo mit Backpulver mischen. Das wäscht teilweise sogar Farbe aus dem Haar und entfernt den “Gelbstich” aus weißem Haar.

Quellennachweise: duden.de; haar-und-style.de; quotes.net; 
dapperdanuk.com; imdb.com; 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.