Der Ursprung von Tätowierungen liegt soweit zurück, dass dieser gar nicht mehr genau bestimmt werden kann. Ursprünglich nahm man an, dass die ersten Tätowierungen in das 8. Jahrhundert vor Christus zurückführen. Hier sollen es die Skythen gewesen sein, die sich Symbole unter die Haut stachen.

Aktuelleren Forschungen zufolge könnte die Herkunft aber auch bis ins 5. Jahrhundert vor Christus reichen. Diese These beruht auf Funden von Wandmalereien, die in der Sahara gefunden wurden und Menschen mit Tätowierungen am Körper zeigen.

Auch über die Wortherkunft ist man sich heute noch uneins. Angeblich stammt das Wort “Tattoo” vom tahitianischen Begriff “Tatau” ab. Erst später prägten die Engländer den Begriff “Tattoo”, der im deutschen Sprachraum in das Wort “Tätowierung” umgewandelt wurde.

Tätowieren verboten


Im Mittelalter (bis etwa 15. Jahrhundert) bekamen Tätowierungen erstmals einen negativen Aspekt. Die Kirche verbat das Tätowieren aufgrund eines mosaischen Gesetzes sogar. Dieses besagte nämlich folgendes: „Ihr solltet keine Male um eines Toten Willen an euren Leibe reißen, noch Buchstaben an euch ätzen, denn ich bin der Herr“ [sic]

Auch im asiatischen Raum waren Tätowierungen bei Arbeitern sehr beliebt. Jedoch wurden auch diese in Japan ab dem Jahr 1870 gänzlich verboten. Personen mit Tätowierungen wurden schnell als Kriminelle abgestempelt, denn Tattoos wurden zu damaligen Zeiten gerne als Erkennungszeichen und Zugehörigkeitsmerkmal von Organisationen oder Banden genutzt.

Die Tradition der Seefahrer


In Europa hingegen erfreute sich das Tätowieren ab 1840 sehr großer Beliebtheit. Aus aller Welt von Kaufleuten und Seefahrern überliefert, entfachte es eine regelrechte Leidenschaft. Erste Adelige wie der Herzog von York oder Zar Nikolaus II ließen sich tätowieren. 

Zuvor waren es aber angeschleppte “Wilde”, die hierzulande für Aufsehen sorgten. James Cook brachte von einer seiner Reisen einen tätowierten Tahitianer mit, der freilich in England für viel Aufsehen und Neugierde sorgte. Später entdeckten aber auch immer mehr Seefahrer das Tattoo für sich. Sie erzählten gerne von ihren Tätowierungen und den damit verbundenen abenteuerlichen Reisen. Seefahrer waren die ersten Menschen, die Tätowierungen in Europa salonfähig machten, anfangs natürlich nur unter ihresgleichen. Ab dem 18. Jahrhundert war es sogar schon üblich, einen eigenen Tätowierer mit an Bord zu haben.

Aufgrund der Erfindung der elektrischen Tätowiermaschine durch Tom Riley im Jahre 1890 wurde die Tätowierkunst einfacher und schmerzfreier. Dies löste eine neuerliche Popularität aus und sogar Adelige ließen sich nun vermehrt tätowieren. Sie eröffneten sogar eigene Studios. Einer der ersten Handwerker der Tätowierkunst für die Oberschicht soll Sutherland MacDonald gewesen sein. Sein Studio wurde 1890 in London eröffnet, und 1894 meldete er sein erstes Patent auf die von ihm entworfene Tätowiermaschine an.

Der schlechte Ruf kam abermals


Kaum hatte sich das Tattoo etwas durchgesetzt, keimte schon – nur  eine Generation später – wieder der schlechte Ruf auf. Im 19. Jahrhundert begann man Gefangene anhand ihrer Tattoos zu unterscheiden und diese zu dokumentieren. Das Image des “Knast-Tattoos” wurde von der Gesellschaft abermals negativ belegt. Grundsätzlich ordnete man Tätowierungen nun wieder abfällig  der unteren Gesellschaftsschicht zu. Auch Prostituierte schmückten damals ihre Körper gerne mit einem kleinen Kunstwerk auf der Haut. Auch in Amerika begann ein Überlebenskampf des Tattoohandwerkes. Sogenannte “Freak Shows” mit tätowierten Menschen halfen zumindest etwas, um dieses Handwerk halbwegs am Leben zu halten. Erst die beiden Weltkriege besserten die Situation ein wenig, viele Soldaten ließen sich damals eine Tätowierung stechen. Das Tattoo erhielt aber wiederum einen fahlen Beigeschmack im zweiten Weltkrieg durch die Zwangstätowierungen der KZ-Häftlinge.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Tätowierkunst in Europa und auch Amerika fast zur Gänze ausgemerzt. Durch die vorangegangene wechselhafte Geschichte der Tätowierung stigmatisierte ein Tattoo Menschen der unteren Schicht, Verbrecher, Huren und zuletzt auch die KZ-Häftlinge. In den 50er und 60er-Jahren war eine Tätowierung daher fast unvorstellbar, gesellschaftlich war es zudem extrem schlecht angesehen. 

Renaissance der Tätowierkunst 


In Amerika erlebte die Tattoo-Kunst durch die Bemühungen des Seemanns Jerry Collins erstmals in den 70er-Jahren eine Renaissance. 1976 fand in den USA zudem die erste Tattoo-Convention in Houston, Texas, statt. In Europa dauerte es ein wenig länger, aber auch hier erholte sich das zerrüttete Handwerk zunehmend. Nach und nach fand die Tätowierung immer mehr Akzeptanz, und auch Stars und Politiker fingen an, diese Kunstwerke auf der Haut zu tragen. Heute sind Tätowierungen schon fast normal und ein stetig wachsender Trend. Einer Umfrage zufolge ist heute bereits jeder zehnte Deutsche tätowiert. 

Quellennachweise: planet-wissen.de: tattoo-frei.com;
tattoo-welt.blogspot.com

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