In diesem kleinen “Kleidungs-Knigge für den Herrn” möchten wir Ihnen in drei Teilen erklären, worauf man bei der Anzugwahl achten sollte, wie man einen Anzug richtig trägt und welche Dinge man auf keinen Fall tun sollte. Zudem erklären wir die gesellschaftlichen Normen, die einst zu beachten waren und teilweise bis heute gelten.

Der Anzug


Der Anzug ist – allen anderen akzeptablen Herrenbekleidungen voran –  die erste Wahl für einen gut gekleideten Herrn. Mit einem Anzug ist der Herr von Welt in jeder Lebenssituation gut gekleidet, und dieser bietet ihm in seinen Variationen sehr große Vielfalt. Ein guter Anzug besteht aus Schurwolle oder zumindest zu einem großen Anteil aus Wolle. Wolle schlägt wenig Falten und knittert nicht so stark, in feuchter Umgebung hängen sich kleine Knitterfalten auch schnell wieder aus. Ganz entscheidend ist jedoch, dass Wolle Gerüche nicht besonders gut aufnimmt. Wenn der Anzug leichten Geruch aufgenommen hat, dann reicht bei Wolle ein kurzes auslüften und das Kleidungsstück ist wieder frisch. 

Angezogen zu sein, bedeutet nicht automatisch auch gut angezogen zu sein. Tatsächlich begegnen uns im Alltag erstaunlich viele Männer in schlecht sitzenden Anzügen oder in nicht den gesellschaftlichen Kleidungsregeln entsprechenden Outfits. Grundlegend sollte ein Anzug dem Träger passen – nicht zu klein und nicht zu groß sein. Bei der Wahl der Konfektionsgröße ist dies nicht immer einfach, denn passen die Schultern, sind meist die Ärmel viel zu kurz und umgekehrt. Für Menschen mit Körpermaßen, die in keine Konfektionsgröße passen, bleibt dann nur der Gang zum Schneider, um sich einen Maßanzug anfertigen zu lassen. 

Beim Kauf eines Anzuges sollte man jedoch unbedingt auf die Passform der Schulter achten. Die Schulternaht sollte am Schulterende sitzen. Der Anzug darf dabei weder über Rücken oder Brust spannen oder Falten schlagen. Prüfen kann man dies bei geschlossenem Sakko (oberster Knopf). Am Revers, nahe dem obersten Knopf, sollte man locker zwei Fingerbreit zwischen Brust und Jackett einführen können. Dann passt das Sakko perfekt. 

Die Breite des Revers ist zur Statur des Trägers zu wählen. Schlankere Herrschaften sollten ein schmales Revers wählen, etwas stämmigere Personen greifen lieber zu einem breiten Revers. Die Ärmel eines Sakkos haben übrigens beim Handgelenk zu enden. 

Die Weste


Ein traditioneller Anzug besteht immer aus drei Teilen. Dazu gehört eben auch eine Weste. Wie auch beim Jackett sollte bei der Weste auf die Passform geachtet werden. Auch hier gilt, dass die Schultern der Weste mit dem Schulterende abschließen. Ebenso sollte nichts Falten schlagen oder gar Spannung erzeugen. Die Knöpfe der Weste sind stets geschlossen und sollten im geschlossenen Zustand nicht an den Knopflöchern zerren. Auch hier kann man den Fingertest anwenden, jedoch reicht hier ein Fingerbreit. 

Das Beinkleid


Auch die richtige Wahl der Hose ist wichtig. Die Hose hat je nach Schnitt über (Hochbund) oder auf (normale Bundhöhe) den Hüften zu sitzen. Der Hosenbund sollte angenehm am Körper anliegen, nicht zu weit, aber auch nicht zu eng sein. Der Schritt der Hose sollte sich dort befinden, wo auch der Schritt des Körpers ist. Die Beinlänge einer Anzughose ist ebenso ein entscheidendes Detail. “Hochwasserhosen”, wie sie aktuell sehr modern sind, sind ein absolutes No-Go. Die perfekte Anzughose endet etwa drei Zentimeter über dem Boden, oder einen Zentimeter über dem Absatz. Dabei ist die Saumweite so weit, dass die Hose auf den Rist fällt und dort einen kleinen Knick bekommt.

Die oben genannten Angaben verstehen sich lediglich als Richtwerte, die auch heute noch Anwendung finden. Natürlich gilt es hier für Träger von nostalgischen Kleidungsstücken Ausnahmen zu machen, denn durch die über Jahrzehnte entstandenen verschiedenen Schnittmuster kann hier keine einheitliche Norm angewandt werden. 

Um den passenden Anzug zu finden, empfiehlt sich das Probieren im Geschäft. Probieren Sie hier ruhig verschiedene Größen oder Größenkombinationen. Die meisten Menschen entsprechen nicht nur einer Konfektionsgröße, daher ist es oft so, dass drei Teile in drei verschiedenen Größen notwendig sind. Lassen sie daher die Finger von fertig verpackten “Komplettanzügen” und greifen Sie zu “Baukasten”-Anzügen. Der Maßanzug ist natürlich die allerbeste Wahl, wenn man gut gekleidet sein möchte.

Im nächsten Teil dieser Reihe “Kleidungs-Knigge für den Herren – zweiter Teil” widmen wir uns den anderen Kleidungsstücken, die noch zu einem Anzug gehören. Weiters werden wir die gesellschaftlichen Normen der Trageweise von Anzügen aufführen und erklären. 

Rubriken:Herrenmode Mode

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