Im dritten und letzten Teil der Reihe “Kleidungs-Knigge für den Herren – dritter Teil” bringen wir Ihnen die Kleidungsetikette im Alltag, im Beruf und auf Festlichkeiten näher. Nach dieser dreiteiligen Artikelreihe sollten Sie also bestens für ein Leben mit Anzug gewappnet sein. 

Alltag und Beruf


In der Freizeit sind wenige modische Grenzen gesetzt, soferne diese der grundlegenden Etikette des Anzugtragens entsprechen. Im Büro jedoch gibt es auch im 21. Jahrhundert einige Regeln, die es zu beachten gilt. Wie bereits in den vorherigen Teilen dieser Reihe betont,  sind schlecht sitzende Anzüge und auch Anzüge aus Kunstfasern ein Tabu – dies gilt vor allem im Büro. Auch das Tragen von Hemden mit kurzen Ärmeln ist im Berufsleben nicht verhandelbar; es werden stets lange Ärmel getragen ungeachtet der Jahreszeit. Farblich hält man sich beruflich eher bedeckt und einfarbig, wenig Muster und nichts Dominantes. Bevorzugt werden hier die Farben Grau und Dunkelblau. Eine ungeschriebene Regel besagt, je dunkler der Anzug eines Mitarbeiters, desto höher sein Rang im Unternehmen. Schwarze Anzüge sind tabu, die eignen sich für eine Beerdigung, nicht aber fürs Geschäft.

Was die Schuhe anbelangt, die natürlich immer geputzt sein müssen, legt man im Business auf echte Lederschuhe wert. Eine alte Regel besagt, dass nur schwarze Schuhe getragen werden dürfen, mittlerweile wird das nicht mehr so genau genommen. Turnschuhe zu einem Anzug sind jedoch abscheulich und daher ein NoGo. 

Der Smoking


Der Smoking ist der Anzug für Abendveranstaltungen ab 18:00 Uhr, wie Bälle, Opern und Theater. Ein Smoking wird ein- oder zweireihig getragen und entweder mit einer Weste oder einem Kummerbund kombiniert. Farblich greift man hier auf schwarz oder schwarz-blau zurück. Als Halsbinder stehen schwarze Fliege (Black Tie) oder eine schwarze Krawatte (Cravate Noire) zu Auswahl.

Der Cutaway


Der Cutaway, kurz Cut, ist ein festlicher Anzug für den Tag und wird deshalb nur bis 18:00 Uhr getragen. Der Schnitt orientiert sich an einem Gehrock mit rundem Abstich. Dazu wird eine schwarz-grau gestreifte Stresemann-Hose kombiniert. Eine hellgraue Weste und eine silbergraue Krawatte vervollständigen das elegante Erscheinungsbild. Stilbewusste Herren tragen traditionell einen Zylinder dazu und stecken eine weiße Chrysantheme in das Knopfloch des Gehrockes. Getragen wird der Cut bei festlichen Anlässen untertags, wie beispielsweise bei Hochzeiten, Empfängen oder auf der Pferderennbahn. Achten Sie bei der Veranstaltung auf die Zeit und bringen Sie gegebenenfalls Wechselkleidung mit.

Der Frack


Der nobelste aller Anzüge ist eindeutig der Frack. Der Frack wird ausschließlich ab 18:00 Uhr getragen und findet bei Veranstaltungen wie Galadiner, Theaterpremieren, Bällen und Staatsempfängen Verwendung. Markantestes Merkmal des Fracks sind die langen Frackschöße am Rückenteil. Vorne ist die Jacke taillenkurz geschnitten und sie ist stets offen zu tragen. Außerdem gehört dazu ein Frackhemd mit steifer Piquébrust und Stehkragen. Zum Frack trägt man immer eine weisse Fliege (White Tie).

Das Dinner-Jacket


Ein Dinner-Jacket wirkt immer elegant und wird mit einer Smokinghose und einem Smokinghemd kombiniert. Die Kombination ist ein Klassiker und eignet sich hervorragend für gesellschaftliche Anlässe während des Tages wie legere Hochzeiten, Festessen, Cocktailpartys und bei Empfängen auf Kreuzfahrten.

Zusammengefasst kann man sagen, wenn Sie einen Anzug tragen, halten Sie sich bitte an die grundlegenden Regeln, auch wenn diese veraltet wirken mögen. Achten Sie bei der Wahl Ihrer Garderobe immer auf den Zweck, damit Sie sich bei der Veranstaltung nicht blamieren. Passen Sie zudem Ihr Benehmen an Ihr Auftreten an. Ein Rowdy im Anzug ist nämlich nirgends willkommen.

Rubriken:Herrenmode Mode

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