Barcelona
Barcelona 1850; Meyer's Universum, 1844

Panoptikum Europa – Barcelona

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Barcelona, die Hauptstadt Kataloniens und nach Größe und Volksmenge die zweite Stadt in Spanien, blühte schon vor der christlichen Zeitrechnung. Hamilkar, der Vater Hannibals, hat sie gegründet und mit Carthagischen Ansiedlern bevölkert. Die Lage dieser berühmten Stadt ist herrlich. Von Norden her durch eine Gebirgskette geschützt, dehnt sie sich, Front machend gegen das Meer, an der Mündung eines breiten Thals aus.

Die Häuser sind einfach, fest, massiv, hoch; die Straßen meist enge, nur wenige sind breit und prachtvoll. Die ausgezeichnetste ist die Rambla, eine Art Boulevard. Von den Kirchen zeichnet sich die Kathedrale und Maria del Mar durch Größe und innern Schmuck, von den öffentlichen Gebäuden der königliche Palast, die Börse, das Zollamt, das Theater, das Rathaus aus. 

Barcelona ist die reichste Stadt in Spanien, in ihr die meiste Intelligenz, der meiste Sinn für Kultur, Kunst und Wissenschaft zu finden. Noch größere Wichtigkeit hat sie als Mittelpunkt der spanischen Industrie – sie ist das Manchester des Südens. 20.000 Webstühle sind in der Stadt gangbar. Engländer und Franzosen haben in neuerer Zeit viele große Etablissements gegründet und neue Gewerbezweige hergepflanzt. Der Handel, von jeher mehr Welttheile umfassend, wird durch den Fabriksfleiß jährlich gehoben. Nirgends sonst in ganz Spanien begegnet dem Auge eine solche Rührigkeit, ein so fleißiges Leben. Von allen Seiten erschallt das Getöse der Hämmer, das Rauschen der Webstühle, das Stöhnen der Dampfmaschinen; Männer, Weiber und Kinder sieht man zu Hunderten im Freien mit ihren Rädern und Spindeln Fäden drehen oder emsig die Nadel führen.

Meyer’s Universum 1844

Alle Texte  sind in alter Schreibweise wiedergegeben und großteils unverändert. Die Bilder dienen als zeitgenössische Kommentare und entstammen demselben Werk. 

MEYERS UNIVERSUM, Bibliographisches Institut,  Hildburghausen 1844

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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