Die Geschichte des Tabaks und des Tabakkonsums reicht rund 5000 Jahre zurück. Anfänglich nutzten Naturvölker aus Nord- und Mittelamerika die Tabakpflanze, um kultische Rituale auszuüben. Durch die Entdeckungsreisen des Christopher Columbus gelangte der Tabak über den Schiffsweg nach Europa und weite Teile der Welt. Der erste Raucher Europas soll der Spanier Rodrigo de Jerez gewesen sein.

Der Aufstieg der Zigarette


Während man im achtzehnten Jahrhundert vorwiegend Pfeife rauchte, in gehobenen Kreisen die teureren Zigarren, erlangte die Zigarette in jener Zeit ihren Durchbruch. Auch das Schnupfen von Tabak war seinerzeit recht populär. Rauchen war ein Merkmal der Arbeiter und Bauern, denn rauchen zügelt bekanntlicherweise den Appetit und die ärmere Gesellschaftsschicht machte sich diesen Umstand zu nutze. Daher rauchten viele Bauern, um weniger Lebensmittel zu benötigen, denn dafür war oft zu wenig Geld vorhanden. Das Rauchen hingegen kam oftmals billiger.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts trat dann die Zigarette ihren Siegeszug an. Findige Erfinder haben die ersten automatischen Zigarettenstopfmaschinen erfunden und nun konnte die Produktion um ein vielfaches beschleunigt werden. Dies wirkte sich bald schon auf den Preis aus und in den Dreißigerjahren des 20. Jahrhundert rauchte bereits mehr als die Hälfte der Amerikaner. Auch in Europa verbreitete sich das Rauchen immens schnell, sodass man als Nichtraucher bald zu einer Minderheit zählte.

Moralerhaltung und Währung


Große Verbreitung fand die Zigarette vor allem im Ersten Weltkrieg. Es gab kaum einen Soldat an der Front, der nicht rauchte. Die Zigarettenproduktion wurde damit erheblich ausgedehnt und die Zigarette galt von nun an als kriegswichtig zur Erhaltung der Moral.

Auch im Zweiten Weltkrieg erwies sich die Zigarette als hilfreiches Mittel an der Front. Aber auch nach dem Krieg rettete die Zigarette so manche Existenz. Sie galt in der Nachkriegszeit als Tauschmittel gegen Lebensmittel. Eine Zigarette war damals etwa zehn Reichsmark wert, umgerechnet gut dreißig Euro!

In den Fünfzigerjahren wurde Rauchen dann absolut gesellschaftsfähig und total chic. Es wurde überall geraucht und es gehörte zum guten Ton, ebenfalls zu rauchen. Auch als Gastgeber einer Party sollte man stets ausreichend Zigaretten für seine Gäste parat haben. Dieser Trend hielt bis in die späten Achtzigerjahre an. Wer aufmerksam ältere Filme oder Fernsehsendungen schaut, bemerkt, dass kaum eine Minute vergeht, in der nicht geraucht wird.

Gescheiterte Verbote


Im Gegensatz zum Alkoholkonsum – wo es niemals zu einem staatlichen Verbot kam – führten verschiedene  europäische Herrscher seit dem 17. Jahrhundert vielfach Tabakverbote ein. Die Gründe dafür sind vielschichtig. Hauptmotiv von Rauchverboten war die hohe Brandgefahr durch die Zigarettenglut und das offene Feuer. Weitere Motive waren finanzieller Natur, aber auch moralische Bedenken führen oftmals zu Verbotsversuchen. Der gesundheitliche Aspekt ist in der Geschichte der Rauchverbote nur minimal zu finden.

Trotz drakonischer Strafen fruchteten die unzähligen Verbotsversuche wenig bis kaum. Ganz im Gegenteil, durch etwaige Verbote stieg die Kriminalität des Schmuggeln enorm an. Außerdem wurden viele Verbote unterlaufen oder gar ignoriert, denn der freie Bürger läßt sich ungern etwas verbieten.

Erst im 20. Jahrhundert wurden Bemühungen für einen gesünderen Lebensstil angestrebt. Es bildeten sich viele Anti-Raucher-Gruppen, wie der „Bund deutscher Tabakgegner“. Auch das NS-Regime geißelte später die Raucher, während des Dritten Reichs das Tabakrauchen nicht nur als Gesundheitsgefährdung des deutschen Volkes, sondern den Tabakanbau auch als Verschwendung deutscher Böden angesehen wurde..

Heute ist das Wissen über die Schädlichkeit des Rauchens wissenschaftlich bestätigt und die neue “Anti-Nikotin-Bewegung” schreitet voran. Hinderlich ist nur, dass Wirtschaft und Politik tief in der Tabakindustrie verwurzelt sind und hier der finanzielle Aspekt von hoher Bedeutung ist. Auf Steuereinnahmen kann heutzutage wohl kaum ein Land verzichten. Zudem ist fraglich, ob strikte Verbote gegenüber freien Bürgern nicht eher faschistischen Methoden entsprechen als jener einer demokratischen Regierung.

Quellennachweise: tutgut.at; geschichte-lernen.net; return2style.de;

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