Schwarzer Freitag
"Schwarzer Freitag" an der New Yorker Börse (25.10.1929) - Foto: Bildarchiv Austria

Zwanzigerjahre als Krisenjahre

4 Min. Lesezeit

Die Zwanzigerjahre hatten auch schon in vergangenen Jahrhunderten immer wieder mit schweren Zeiten zu kämpfen. So könnte man dem Spruch “Die Geschichte wiederholt sich” ein bisschen Wahrheit abgewinnen. Denn auch heute im Jahre 2020 macht sich eine weltweite Krisensituation in den Medien einen Namen – die Pandemie durch den COVID 19, umgangssprachlich auch als das Coronavirus bekannt.

Berner Bankenkrise (1720 – 1721)

Die Stadt und damalig auch Republik Bern legte schon ab dem 17. Jahrhundert ihre Gelder an, ab dem 18. Jahrhundert eben auch im Ausland. Edelmetallwährung wurde seinerzeit durch Papiergeld ersetzt und bernische Vertreter begannen im Ausland zu spekulieren. 1720 platzte dann die Blase und die bernischen Bankhäuser kollabierten. Zwischen November 1720 und Juni 1721 wurden die beiden Berner Institute zahlungsunfähig und mussten liquidiert werden.

Die letzte Pestepidemie Europas (1720 – 1722)

Im 18. Jahrhundert traf Europa eine Pestepidemie. Unzählige Pesthäuser wurden damals unter König Friedrich I. in und um Berlin herum errichtet. Im Mai 1720 trat die Pest auch wieder in Marseille und in der Provence auf. Es wurde zur Bekämpfung die Pestmauer errichtet und der “Schwarze Tod” verschwand erst wieder im Jahre 1722.

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Die Krise um die Second Bank of America (1819 – 1820)

Während Europa in den Jahren 1815 und 1816 unter einer Depression litt, konnte sich die Wirtschaft in Amerika seit dem Ende des englisch-amerikanischen Krieges im Jahre 1814 sehr gut halten. Es gab seinerzeit sogar wirtschaftliche Zuwächse. Doch schon bald lösten mehrere Faktoren die erste große Wirtschaftskrise der noch sehr jungen Vereinigten Staaten von Amerika aus. Im Jahre 1818 kam es dann zum verheerenden Crash an der Börse. Die Panik entfesselte einen Sturm der Entrüstung in der Öffentlichkeit. Geld wurde nahezu wertlos, die Arbeitslosenzahlen stiegen ins Unermessliche und es kamen schwere Zeiten auf die Vereinigten Staaten von Amerika zu. Erst ab dem Jahre 1823 lockerte sich die Situation und die Wirtschaft erholte sich zunehmends.

Spanische Grippe (1918 – 1920)

Die berüchtigte Spanische Grippe war eine Influenza-Pandemie, die von virulenten Abkömmlingen des Influenzavirus (A/H1N1) abstammte. Zwischen 1918 und 1920 forderte diese Grippewelle rund 30 Millionen Todesopfer. Im Übrigen waren Subtypen des A/H1N1 auch für die “Russische Grippe” in den Jahren 1977 und 1978, sowie für die im Jahr 2009 ausgebrochene “Schweinegrippe” verantwortlich.

Depression nach dem Ersten Weltkrieg (1920 – 1921)

Die Depression von 1920 war eine deflationäre Rezession in den Vereinigten Staaten und vielen anderen Ländern. Sie dauerte von Januar 1920 bis etwa Juli 1921 und ihr Ausmaß war groß. Zu den damaligen Faktoren, die als Beitrag zu diesem Abschwung identifiziert wurden, gehören die Rückkehr von Truppen, ein Rückgang der Gewerkschaftsstreitigkeiten, Änderungen in der Fiskal- und Geldpolitik und Änderungen der Preiserwartungen. Nach dem Ende dieser zermürbenden Depression brachten die brüllenden Zwanzigerjahre eine Periode wirtschaftlichen Wohlstands.

Weltwirtschaftskrise (1929)

Eines der wohl einschneidendsten Ereignisse in unserer Geschichte war die Weltwirtschaftskrise, die im Oktober 1929 durch den Crash der New Yorker Börse ausgelöst wurde. Diese Krise zog sich bis weit in die 1930er-Jahre und ist vermutlich vielen von Ihnen aus dem Geschichtsunterricht in Erinnerung. Im Frühjahr 1931 geriet auch die Österreichische Creditanstalt in Schwierigkeiten. Banken und Börsen in Deutschland und Österreich waren tagelang geschlossen. Einige Länder konnten diese Krise selbst bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges im Jahre 1938 nicht bewältigen.

Abschließend sei erwähnt, dass natürlich auch in anderen Jahrhunderten und Jahrzehnten immer wieder schwerwiegende Krisen aufgetreten sind, doch in den Zwanzigerjahren liegt eine gewisse Kontinuität, die diese Jahrzehnte sehr auffällig erscheinen lassen.

Quellennachweise: boerse.de; dhm.de
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Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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