Schon seit der Antike tragen Menschen Kopfbedeckungen. Meist waren es Handwerker, die zum Schutz vor Sonne und Staub eine Kappe trugen. Erst im Mittelalter gab es die ersten Hutmacher und ab dem 16. Jahrhundert kamen die ersten “echten” Hüte, so wie wir sie heute kennen, auf. Zu dieser Zeit kam der “Schlapphut” und auch der “Kastorhut” auf. Bald gesellten sich auch der “Dreispitz”-Hut und “Zweispitz”-Hut, auch als “Napoleonhut” bekannt, hinzu.

19. Jahrhundert – Anfang der Hutmode


Ab 1800 wurden bei Damen die “Schutenhüte”, haubenartige Hüte, die mit einem Band am Kinn gebunden wurden, sehr beliebt. Herren trugen Filzhüte und etwas später wurde der “Kalabreser” sehr beliebt. Allerdings war dies nicht ungefährlich, denn Hüte wurden auch als Zeichen der politischen Gesinnung getragen. Der “Kalabreser” oder auch “Heckerhut” bedeutete eine demokratische Gesinnung und diese wurde damals sogar polizeilich verfolgt.

In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts wurden wieder schmalere Hüte bevorzugt. Damen stiegen auf kleine “Tellerhütchen” und die Männer auf den “Boater”, einen Strohhut, um. Indes kamen in Amerika die “Cowboy”-Hüte auf und in England wurde der “Bowler” – die “Melone” – eingeführt.

Im Jahr 1882 trat die Theaterschauspielerin Sarah Bernhardt als “Prinzessin Fèdora Romanoff”  im Theaterstück “Fèdora” auf und trug dabei einen Hut. Dieser Damenhut wurde danach als “Fedora” weltbekannt.

Ende 1900 wurden die Kleider wieder schmaler und dafür die Hüte der Damen größer. Die großen Hüte wurden meist mit Blumen und Federn reichlich geschmückt. Seinerzeit symbolisierte ein prachtvoll geschmückter Hut den gesellschaftlichen Stellenwert und den Wohlstand der Trägerin.

Bubikopf und Topfhut


In den Zwanzigerjahren verloren die Hüte an Protzigkeit. Die neuen Frauen trugen als Zeichen ihrer emanzipierten Haltung  kurze Haare und schlichte, gerade Mode. Passend dazu trug Frau einen engen “Toque”, auch als “Topfhut” bekannt. Bei Männern kam hingegen der “Fedora” in Mode. Dieser war besonders bei Gangsterorganisationen während der Prohibition in den USA sehr beliebt.

In den Dreißigerjahren veränderte sich das Frauenbild wieder etwas, und die Wirtschaftskrise drängte Frauen wieder zurück an den Herd. Hüte wurden wiederum weiblicher und verspielter. Sie wurden gerne auch einmal schräg getragen oder waren generell asymmetrisch geschnitten.

Hutmode in den Kriegsjahren


Der Zweite Weltkrieg brachte große Not, und es fehlte das Geld für teure Hüte und Hauben. Modezeitschriften der damaligen Zeit druckten daher Anleitungen, um aus alten Hüten und anderen Materialien schöne Kopfbedeckungen zu machen. Passend zu den allgegenwärtigen Uniformen wurden zu jener Zeit “Schiffchen” sehr modern. Ende des Krieges trugen die Frauen dann vermehrt Kopftuch, um das aus Wassermangel ungepflegte Haar zu verbergen.

Ab 1950 wurde die Hutmode dann extravagant. Alles war erlaubt, egal ob Hutschleier, Wagenradhut oder neckisches Käppchen. Hüte waren gefragt wie nie und die Hutindustrie florierte. Im Laufe der Jahre kam der Hut zunehmend aus der Mode. Zudem verbreitete sich das Automobil immer weiter und ein Hut galt beim Autofahren als eher störend und unpraktisch. Durch dieses mangelnde Interesse vereinfachte sich die Hutmode stark.

In den Achtzigerjahren wurde die “Baseballkappe” sehr populär und gilt bis heute als beliebte und oft getragene Kopfbedeckung bei Jung und Alt.

Quellennachweis: wissenschaft.de; kostueme-bs.ch; 

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