Brettspiele

Spielen wie damals

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Gerade in der besinnlichen Weihnachtszeit, in der sich die Familien wieder näher kommen, sollte die gemeinsame Zeit qualitativ genutzt werden. Das heurige Jahr erschwert uns derartige Zusammenkünfte zusätzlich, daher ist dies gerade jetzt noch wichtiger. Im kleineren Kreise verliert man sich nach dem gemeinsamen Essen und gepflegten Gesprächen mitunter ein wenig. Das muss nicht sein. Anstatt dass jeder seiner Wege geht, sich vor den Fernsehapparat setzt oder auf sein Smartphone starrt, könnte man bewusst wieder alte Spiele aus vergangenen Tagen aufleben lassen. 

Hier gibt es wohl eine Vielzahl an einfachen Spielen, die auch unsere Großeltern und Eltern gespielt haben und  damit auch viel Freude und Spaß hatten. Es muss keine Playstation oder ein gar komplexes modernes Brettspiel sein, um sich die Zeit zu vertreiben. Ein paar einfache Mittel, ein paar Mitspieler und schon steht dem Vergnügen nichts im Wege.

Die Klassiker

Schwarzer Peter
Schwarzer Peter; Photo: Redaktion “Der Nostalgiker”

Allen voran wären da einmal die Klassiker wie “Mensch ärgere Dich nicht”, “Mühle”, “Fuchs und Henne”, “Halma” oder “Schach”  zu erwähnen. Auch “Würfelpoker” ist ein beliebtes und einfaches Spiel. Wenn Sie derlei Brettspiele zuhause haben, dann spielen Sie doch wieder einmal eine Runde. All die genannten Spiele hier zu erklären würde freilich den Rahmen dieses Artikels sprengen, mit Sicherheit ist jedoch auch bei Ihrem Exemplar eine Spielanleitung beigepackt. 

Auch mit Karten lässt sich hervorragend spielerisch die Zeit vertreiben. Etwas anspruchsvoller ist da wohl schon das klassische “Pokerspiel” oder “Rommè”. Aber auch Einzelpersonen müssen nicht auf den Spielspaß verzichten. “Patience” legen ist ein einfaches Spiel, das man alleine spielt. Eine Runde “Schach” kann man ebenfalls sehr gut alleine spielen. 

Wenn Sie es gerne etwas aufwendiger und komplexer haben, dann greifen Sie zum Klassiker schlechthin: “DKT – Das kaufmännische Talent”.

Kinderspiele

Auch für Kinder gibt es einige spannende Kartenspiele wie das “Quartett”, womit Kinder oft auch spielerisch verschiedene Dinge lernen können. Ebenso bekannt ist wohl das Kartenspiel “Schwarzer Peter”. Ganz ohne Utensilien kommt man hingegen bei den Spielen “Stille Post”, “Alles was Flügel hat fliegt” oder “Armer schwarzer Kater” aus. Auch “Flohhüpfen” ist ein traditionsreiches Spiel, das ursprünglich aus England zu uns kam. “Tiddley Winks” kam 1887 unter dem Verlag Parker Brothers auf den Markt.

Altes Kinder-Quartett, etwa 60er-Jahre; Photo: Redaktion “Der Nostalgiker”

Flohhüpfen

Beim Flohhüpfen erhält jeder Spieler sechs kleine und einen großen Chip einer Farbe. Nach der Reihe versucht nun jeder Spieler jeweils den eigenen kleinen Chip in eine Holzdose oder ein anderes geeignetes flaches Gefäß zu schnippen. Dazu drückt man mit dem großen Chip auf die Kante der kleineren Chips, wodurch diese von der Oberfläche wegspringen. Gewonnen hat derjenige Spieler, der als erster alle kleinen Chips im Behältnis versenkt hat. 

Vorzugsweise spielt man “Flohhüpfen” auf einer glatten harten Oberfläche. Günstige Spielsets gibt es im ausgewählten Spielehandel oder auch in gut sortieren Papierfachgeschäften. Münzen als Alternative eignen sich leider nicht, zu groß ist deren Gewicht, um anständig zu springen. 

Pfitschigogerln

Womöglich kennen sie den Ausdruck “Pfitschigogerln”, würden diesen aber niemals einem Spiel zuordnen. Nun, “Pfitschigogerln” ist ein österreichisches Gesellschaftsspiel und stellt eine vereinfachte Art des Tischfußballs dar. Es treten dabei jeweils zwei Spieler gegeneinander an, bei mehreren Teilnehmern kann man hier ein richtiges Turnierspiel anstreben. Jeder Spieler erhält zwei große Münzen (vorzugsweise 2 Euro-Münzen) und eine kleinere Münze (vorzugsweise eine 50 Cent-Münze). Früher spielte man dieses Spiel natürlich noch mit österreichischen Schillingen und Groschen. Als Spielfeld dient der heimische glatte Küchentisch oder ein anderes passendes Möbelstück. Auf jeder Seite wird ein Tor abgesteckt, das macht man am besten ebenfalls mit zwei passenden und schweren Münzen. Der Abstand zwischen den beiden Tor-Markierungen beträgt jeweils 5,5 Zentimeter. 

Nun versucht ein Spieler nach dem anderen mit einem Lineal oder einem anderen passenden länglichen Gegenstand, die großen Münzen auf die kleine Münzen (die sozusagen den Ball darstellen) zu schubsen. Im besten Fall bugsiert er die kleine Münze dadurch in das gegnerische Tor. Sieger ist derjenige Spieler, der am Ende des Spieles die meisten Tore geschossen hat. Die Anzahl der zu spielenden Runden werden vor Spielbeginn vereinbart. 

Shuffleboard – fast vergessen

Shuffleboard” stammt ebenfalls aus England und wurde urkundlich schon im 16. Jahrhundert gespielt. Das “Shuffleboard”-Spielen ist von keinem Kreuzfahrtschiff mehr wegzudenken und auch unzählige Hotelanlagen besitzen ein “Shuffleboard”-Spielfeld. Gerade in den 1950er-Jahren erlangte dieses Spiel sehr große Beliebtheit. “Shuffleboard” kann auf viele verschiedene Arten gespielt werden. Für den heimischen Bedarf eignet sich wohl die Tischversion am besten. Offiziell haben Shuffleboard-Tische eine Länge von 3,60 Meter bis zu 6,00 Metern, es gibt jedoch auch verkürzte kleinere Tische. Diese passen dann ganz locker auch ins heimische Wohnzimmer. 

Auf der Spieloberfläche ist eine Foul-Linie gezogen und hinter dieser befinden sich verschiedene Punkte-Linien. Die Spieler stehen sich am Tisch gegenüber und jeder Spieler versucht nun mit den Metallscheiben diese Foul-Linie zu überqueren und in die Punktezone zu schieben. Dabei dürfen gegnerische Scheiben natürlich auch aus den Punktezonen gestoßen werden. Am Ende des Spiels zählt man die Punkte der Punktezonen, in denen die Metallscheiben zum Liegen gekommen sind. Gewonnen hat derjenige mit den meisten Punkten. Dieses Spiel kann natürlich auch in Teams gespielt werden. 

Jakkolo, Photo: Jakkoloshop.de

Eine Abwandlung des “Shuffleboard” stellen “Jakkolo” beziehungsweise “Sjoelbak” dar. Dieses niederländische Spiel ist ebenfalls schon einige Jahrhunderte alt und funktioniert recht ähnlich. Die Holztische weisen hier eine Länge von zwei Metern auf und sind daher auch für die eigenen vier Wände gut zu gebrauchen. “Jakkolo” wird etwas anders gespielt als “Shuffleboard”, ist aber mindestens genauso spannend wie das englische Pendant. 

Im Übrigen gelten alle diese genannten Spiele auch als Sportart und erfreuen sich zunehmend an Beliebtheit. Mittlerweile gibt es auch einige Vereine und verschiedene Wettbewerbe. Kleinere “Shuffleboard”-Spiele können Sie beispielsweise beim österreichischen Spielehändler Tutsch erwerben. In Deutschland haben wir ein Jakkolo-Fachgeschäft, nämlich den Jakkolohändler Horst Köstner, gefunden. Dieser bietet wirklich hochwertige und regelkonforme Holzspielfelder an.

Möglicherweise haben wir nun einige Erinnerungen bei Ihnen geweckt oder Sie zumindest auf neue Ideen gebracht. Wir wünschen Ihnen auf jeden Fall viele tolle und lustige Stunden mit Ihrer Familie und Freunden. Und vielleicht greifen Sie demnächst auch mal auf ein altes traditionelles Spiel zurück. 

Quellennachweise: jakkolo.de; shuffleboards.info

Andrew Grimes

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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