Flugzeug
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Der Traum vom Fliegen

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Das Fliegen wurde oft als Attribut und Privileg der Götter angesehen. Der Mensch träumte daher seit Anbeginn vom Fliegen. Aus der sumerischen Mythologie, genauer gesagt aus dem Handlungselement des Etana-Mythos, ist der “Ritt auf dem Adler” auf einem Rollsiegel aus dem 24. Jahrhundert vor Christi dargestellt. Der Legende nach wollte der Hirte Etana für seine Frau das “Kraut des Gebärens” vom Himmel holen, dabei stürzte er aber mitsamt seinem Adler ab. Aus der Antike stammen viele weitere Zeichnungen, die den Menschen beim Fliegen darstellen und weiterhin blieb es zu jener Zeit noch ein Traum.

Der Traum vom Fliegen wurde Wirklichkeit

Im Jahre 875 soll es einem andalusischen Gelehrten gelungen sein, einen Gleitflug zu absolvieren. Belege dafür gibt es jedoch nicht. Etwas später soll der Historiker Wilhelm von Malmesbury über den Gleitflug des Benediktinermönchs Eilmer von Malmesbury berichtet haben. Dies soll in den Jahren zwischen 1000 und 1010 passiert sein, der damalige Gleitflug soll etwa über eine Distanz von 200 Meter geführt haben. 

Zu vielmehr reichte es jedoch zu dieser Zeit noch nicht. Weiterhin blieb Fliegen eine Phantasie. Die Vorstellungswelt der Menschen im Mittelalter sah das Fliegen immer im Zusammenhang mit mystischen Wesen wie Geistern, Dämonen oder aber auch Engel. Dem Volksglauben nach konnten damals auch Hexen mit Hilfe eines Besens und Flugsalbe fliegen. 

Erst in der nachfolgenden Renaissance nahmen Fluggeräte vielversprechende Formen an. So entwarf Leonardo da Vinci die unterschiedlichsten Fluggeräte. Das bekannteste war wohl der erste “Helikopter”. Keines von da Vincis Modellen war jedoch flugtauglich. Leonardo da Vinci war unbestritten seiner Zeit voraus und seine kreativen Ansätze hatten etwas später Pionierwert. 

Der erste Modellhubschrauber und andere Versuche

1784 gelang es den Franzosen Launoa und Bienvenue dem Traum vom Fliegen ein Stück näher zu kommen. Sie bauten im selben Jahr den ersten flugfähigen Modellhubschrauber mit Doppelrotor. Der Brite Sir George Cayley modifizierte dieses Modell im Jahre 1796. Damit waren diese beiden Modelle die wohl ersten flugfähigen Modellhubschrauber der Welt. 

Neben motorbetriebenen Fluggeräten wurde etwa zur selben Zeit auch an Gleitfluggeräten gearbeitet. So präsentierten die französischen Brüder Joseph Michel und Jacques Etienne Montgolfier im Jahre 1783 ihren ersten Montgolfier, sozusagen den ersten Heißluftballon der Welt. Noch im selben Jahr wurden weitere Fahrten unternommen und es gelang auch die erste bemannte Luftfahrt der Geschichte. Im Januar 1784 erhob sich auch über Deutschland der erste Heißluftballon. Der “Ad Astra” war ein mit Wasserstoff gefüllter Ballon, der erstmals über Braunschweig schwebte.

Jean-Pierre François Blanchard und John Jeffries überquerten wenige Jahre später, am 7. Januar 1785, den Ärmelkanal mit einem Ballon. Und auch der erste Fallschirmsprung ließ nicht lange auf sich warten. Im Jahre 1797 stürzte sich André-Jacques Garnerin mit einem Fallschirm von einem Ballon und wird damit erster „offizieller französischer Staatsluftfahrer“. In England hingegen tüftelte Sir George Clayley derweilen an einem Gleitflugzeug, und in Österreich war es ein gewisser Herr Jakob Degen, der an einem Schlagflügelflugzeug bastelte. Eine der wohl bekanntesten Geschichten der deutschen Luftfahrt ist die des “Schneiders von Ulm” aus dem Jahre 1811. Albrecht Ludwig Berblinger aus Ulm wollte – in Anwesenheit der königlichen Familie – mit einem Flugapparat von der Adlerbastei aus über die Donau fliegen. Der Flug misslang jedoch und unter dem Gespött des Publikums stürzte Berblinger in den kalten Donaustrom.

Einstweilen entwickelte Jakob Degen eine Luftschraube mit Uhrwerkantrieb. Als Vorbild galt wohl der zuvor erfundene Modellhubschrauber aus Frankreich. Bei seiner damaligen Vorführung im Jahre 1816 im Wiener Prater stieg die Konstruktion, wohlgemerkt unbemannt, auf etwa 160 Höhenmeter. Es handelt sich dabei wohl um das weltweit erste Hubschraubermodell. Es sollte dann noch über 50 Jahre dauern bis Fritz und Wilhelm Achenbach den ersten einmotorigen Hubschrauber mit Heckrotor zum Drehmomentausgleich erfanden. Diese revolutionäre Art des Helikopters kennen wir bis heute.

Mitte des 18. Jahrhunderts gab es bereits vollständige Entwürfe für ein Motorflugzeug mit Dampfmaschinenantrieb, doch der Traum vom kontrollierten Fliegen lag noch fern. Und auch auf dem Gebiet der Ballonfahrt und im Gleitflug wurde eifrig geforscht und entwickelt. Es dauerte jedoch noch ein weiteres Jahrhundert bis der Mensch seinem Traum wieder ein kleines Stück näher kam. So erreichten Charles Green und der Astronom Spencer Rush im Jahre 1839 mit einem Freiballon die sagenhafte Höhe von 7900 Meter. Man ließ nichts unversucht, dieser Träumerei endlich ein Ende zu setzen. Später gelang der Flug mit einem dampfbetriebenen Luftgefährt und auch elektrobetriebene Flugapparate machten immer mehr Fortschritte. Das “La France” war beispielsweise das erste Luftschiff mit Elektromotor und vollführte seine erste Fahrt im August 1884.

Es war dann wohl der Deutsche Gottlieb Daimler, der mit seiner Erfindung des schnelllaufenden Verbrennungsmotors 1883 die Luftfahrt revolutionierte. Schon am 10. August 1888 gelang die erste Ausfahrt eines Luftschiffes mit Benzinmotor. Konstruiert wurde dieses Luftschiff von Friedrich Wölfert, den Motor entwickelte Daimler. Gestartet wurde seinerzeit im Fabrikshof Daimlers in Cannstatt, die Landung erfolgte auf dem Exerzierplatz in Aldingen (Flugdistanz etwa 10 Kilometer). Weitere Starts erfolgten in naher Zukunft in Augsburg, München und Wien.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gelangen sogar schon die ersten kontrollierten Flüge. Otto Lilienthal fliegt seinen Normalsegelapparat im Jahre 1895 vor. Der Amerikaner Prof. Samuel Pierpont Langley bestreitet 1896 mit seinem Motorflugmodell Number 5 mit Dampfantrieb eine Flugstrecke von einem Kilometer. Währenddessen umrundet Alberto Santos-Dumont am 3. September 1899 in Paris erstmals den Eiffelturm mit seinem Luftschiff Nummer 3. Kurz darauf stellte er mit “23 Stunden in der Luft” einen neuen Rekord auf.

Ab 1900 ging es hoch hinaus

Die Entwicklungen der vergangenen Jahrhunderte brachten nun endlich den gewünschten Erfolg. Am 2. Juli 1900 stieg Ferdinand Graf von Zeppelin mit seinem Starrluftschiff LZ 1 in die Luft. Es war der Beginn einer neuen Ära in der Luftfahrt. Es waren Flugpioniere wie Alberto Santos-Dumont, die Gebrüder Wright, Igo Etrich oder Henri Farman und Hubert Latham, die die Entwicklung in jenen Jahren fleißig voran trieben. Ab dem Jahre 1910 entwickelte sich eine regelrechte Flugzeugindustrie daraus. Eines der bekanntesten und meistgebautesten Flugzeuge aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg ist wohl die Etrich-Taube von Igo Etrich. 

1909 wurde mit der Deutschen Luftschifffahrts-Aktiengesellschaft (DELAG) die erste Fluggesellschaft der Welt gegründet und kurz darauf errichtet man auch die ersten Deutschen Luftstreitkräfte, die später im Ersten Weltkrieg zum Einsatz kommen sollten. Eben jener Krieg brachte der Luftfahrt einen enormen Aufschwung. Kampfflugzeuge wurde ab 1914 zu tausenden produziert und stetig weiterentwickelt. Das wohl legendärste Fliegerass aus dem ersten Weltkrieg ist Manfred Albrecht Freiherr von Richthofen, besser bekannt als  “Der Rote Baron”. Er erzielte die größte Zahl an Luftsiegen in diesem Krieg und wurde am 21. April 1918 mit seinem Dreidecker im Kampf abgeschossen. So wurde der Traum vom Fliegen durch diesen Krieg wohl kurzzeitig zum Alptraum der Menschheit. 

In den Jahren 1915 bis 1919 entwickelte sich jedoch, wenn auch nur ganz langsam, die zivile Luftfahrt. Ein gewisser Herr Hugo Junkers erprobte im Jahre 1915 das erste freitragende Ganzmetallflugzeug der Welt. William Boeing widmete sich ebenfalls ab 1916 der Luftfahrtindustrie und mit seinen Flugzeugen fliegen die Menschen bis heute in ferne Länder. Kurz nach dem Krieg im Jahre 1919 wurde die Deutsche Luft-Reederei, ein Vorläufer der Lufthansa, gegründet.

Die Entstehung der Passagierluftfahrt

Der Traum wurde immer weiter geträumt und nun wollte man eben diesen natürlich allen Menschen zuteil werden lassen. Schon ab den 1920er-Jahren begann man die Zivilluftfahrt zu forcieren und auszubauen. Junkers gründete seine eigene Fluggesellschaft, die sich 1926 mit der Deutschen Aero Lloyd zusammenschließen sollte. Daraus gründete sich wiederum die Lufthansa. Auf den bislang nur sehr kurzen, meist Inlandsflügen, legte man immer mehr Wert auf das Wohlbefinden der Passagiere. So zeigte man in Deutschland erstmals 1925 während eines Fluges einen Stummfilm auf einer Leinwand. 

Fernflüge wurden erst ab dem Jahre 1930 möglich und aufgrund des Platzmangels in Flugzeugen griff man zuerst wieder auf die altbewährten Luftschiffe zurück. So eröffnete Dr. Hugo Eckener mit dem deutschen Luftschiff LZ 127 die erste regelmäßige Transatlantiklinie nach Südamerika. Und kaum begann sich die Verkehrsluftschifffahrt zu etablieren, bereitete kaum sieben Jahre später ein Unglück dieser Entwicklung ein jähes Ende. Die Rede ist vom Unglück der LZ129 Hindenburg, die am 6. Mai 1937 bei der Landung in Lakehurst abstürzte und ausbrannte. Dabei kamen 36 Menschen ums Leben und es markierte das vorübergehende Ende der zivilen Verkehrsluftfahrt.

Aus diesem Jahrzehnt gingen des weiteren einige namhafte Fluglinien hervor, die teilweise bis heute Bestand haben. Beispielsweise die LOT Polish Airlines, Cubana de Aviacion, Pan Am oder auch Continental Airlines wurden gegründet. Und Architekten aus aller Welt hatten alle Hände voll zu tun mit der Planung von Flughäfen. Doch auch diesmal wurde der wirtschaftliche Aufschwung der Luftfahrt durch einen weiteren Krieg unterbrochen.

Frauen in der Fliegerei

Doch die vergangenen Jahre trugen nicht nur maßgeblich zur zivilen Luftfahrt bei, es waren vielmehr die Frauen, die langsam aber sicher auf dem Gebiet der Fliegerei Fuß fassten. Amelia Earhart war wohl eine der bekanntesten weiblichen Flugpioniere. 1932 überquerte sie im Alleinflug als erste Frau den Atlantik. Am 3. Juli 1937 verschwand Earhart auf einem Flug von Lea nach Howland Island und wird seitdem vermisst. 

Die wohl bekannteste deutsche Fliegerin ist Elly Beinhorn, Ehefrau des ebenso berühmten deutschen Rennfahrers Bernd Rosemeyer. Ihr gelang es 1932 im Alleinflug mit ihrer Klemm KI26 aus Berlin-Staaken Australien zu erreichen. Auch Hanna Reitsch zählte zu den berühmtesten deutschen Fliegerinnen. Sie war überdies die erste Frau der Welt, die 1937 einen Hubschrauber flog (Focke-Wulf Fw 61).

Wohl ebenso bekannt, allerdings nicht der Fliegerei wegen, ist wohl Beate Uhse (geborene Köstlin). Doch bevor die deutsche Unternehmerin ihren Fachhandel für Ehehygiene gründete, war sie wohl eine der erfolgreichsten Kunstflugpilotinnen Deutschlands. Ihre Kunstflugprüfung legte sie im Jahre 1939 ab, kurz darauf wurde sie von der Firma Bücker als Pilotin eingestellt. Im Film “Achtung! Feind hört mit!” flog sie für René Deltgen mit einer Bücker Bü 180. Und im Zweiten Weltkrieg war Uhse für Überstellungsflüge der deutschen Luftwaffe zuständig und konnte aufgrund ihrer Flugkünste dem feindlichen Beschuss immer ausweichen. 

Luftfahrt unterm Hakenkreuz

Der Luftkampf spielte im zweiten Weltkrieg eine bedeutende Rolle. Die Luftfahrttechnik entwickelte sich in den ersten Kriegsjahren enorm weiter. So brachte es beispielsweise

das Flugzeug der Type Messerschmitt Me 209 auf eine Rekordgeschwindigkeit von 755 km/h, und das bereits im Jahre 1939. Im selben Jahr wurde auch das erste Strahltriebwerk von Hans von Ohain erfunden. Schon 1941 überschritt man mit einer Messerschmitt Me 163 “Komet” die 1000 km/h-Marke. 

Nachdem die Fliegerei nun schon lange Wirklichkeit geworden war und der Himmel wohl nicht die Grenze sein konnte, griff man bereits 1943 ein wenig nach den Sternen. Mit der Entwicklung der A4-Rakete, auch als V2 bekannt, tat man die ersten kleinen Schritte in Richtung Weltall. Immerhin brachte es diese Großrakete auf fast Mach 5 (4824 km/h) und erreichte eine Gipfelhöhe von beachtlichen 84,5 Kilometern. Chuck Yeager durchbrach wenig später als erster Mensch die Schallmauer. Ihm gelang mit dem Raketenflugzeug Bell X-1 im Jahre 1947 der erste bemannte Überschallflug der Geschichte.

Mit dem Jet in die neue Zukunft

Nachdem sich die Wirtschaft nach dem Krieg langsam wieder erholte, baute man ab 1949 bereits wieder die ersten Passagierflugzeuge. Der im Krieg entwickelte Strahlantrieb eignete sich hervorragend für diesen Einsatzzweck. Anfang der 1950er-Jahre wurden auch schon die ersten Gasturbinenantriebe entwickelt. Dies steigerte die Flugleistung deutlich und Flugreisen mit sogenannten “Jets” verkürzten sich um gut die Hälfte. 

Die ersten Verkehrsflugzeuge hoben wieder ab und es wurde eine neue Luftsicherung für die zivile Luftfahrt eingerichtet, nachdem die Alliierten sich langsam wieder zurückgezogen hatten. Die Deutsche Lufthansa AG wurde neu gegründet und richtete im Jahre 1955 ihren ersten Linienflug ein. Im gleichen Jahr hob ebenfalls der erste Hubschraubertyp mit Gasturbinentriebwerk ab, der Alouette II. 

In der ganzen Welt wurden wieder Flughäfen gebaut, und es gab kaum noch ein Land auf dieser Erde, das nicht über mindestens eine Fluglinie verfügte. 1957 fand der Erstflug der bekannten Boeing 707 statt, die schon 1958 bei der PanAm ihren Liniendienst aufnahm. Auch Anfang der 1960-Jahre ging es entwicklungstechnisch genauso rasant weiter. Der erste Überschall-Senkrechtstarter der Welt wurde gebaut und 1967 knackte man mit der X-15 die 7.274 km/h-Marke (Mach 6,1). Gegen Ende dieses Jahrzehnts begann die Entwicklung der ersten Überschall-Passagierflugzeuge. Der russische Flugzeugkonstrukteur Alexei Andrejewitsch Tupolew konstruierte das erste Überschall-Passagierflugzeug, die Tupolew Tu-144, die 1968 ihren Erstflug absolvierte. Kurz darauf, im Jahre 1969, erfolgte der Erstflug der Aérospatiale-BAC Concorde. Die legendäre “Concorde” ist und war das erste und einzige Überschall-Passagierflugzeug, das im Linienflug zum Einsatz kam. Sie flog in den Jahren von 1976 bis 2003, ihre wichtigste Strecke war zwischen Paris beziehungsweise London und New York. Die Flugzeit betrug dabei nur etwa 3 bis 3,5 Stunden je Flugstrecke.

Aber nicht nur die Fluggeschwindigkeit wurde erhöht, auch die Größe und damit das Ladevolumen der Fluggeräte wurde in jenen Jahren verbessert. So hob 1969 der weltweit erste Jumbojet, die Boeing 747, vom Boden ab. Natürlich wurde auch an der Reichweite gearbeitet und dank Raketenantrieb wurden sehr beachtliche Weiten beziehungsweise Höhen erreicht. Schon in den 1950er-Jahren begann zwischen den USA und der Sowjetunion der sogenannte “Wettlauf ins All”. Heute wissen wir, die USA hat dieses Rennen gewonnen und schoß die Apollo 11 erfolgreich zum Mond. Am 21. Juli 1969 betraten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen in der Geschichte den Mond.

Fliegen für jedermannn

Die enorme Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte war sehr kostspielig und ebenso kostspielig war es, als Passagier mit dem Flugzeug zu reisen. Dies sollte sich ab den 1970er-Jahren ändern und das Fliegen wurde für jedermann erschwinglich. Zudem wurden die Flugzeuge immer besser, größer und auch sicherer. 1972 hob der erste Airbus A300 ab und ebenso machte man große Fortschritte in der Fly-by-wire-Technik. Diese Technik, sinngemäß “Fliegen per Kabel”, ermöglichte die elektronische Signalübertragung zur Flugzeugsteuerung, was die Flugsicherheit erheblich verbesserte. Dieses System sollte ab den 1980er-Jahren standardmäßig in Flugzeugen eingesetzt werden. Nun konnten Herr und Frau Weltbürger einfach und sicher, und vor allem um kleines Geld, ganz einfach in die Ferne fliegen. In den nachfolgenden 1990er-Jahren gesellten sich immer mehr Billigfluglinien dazu und das Flugnetz wurde über den ganzen Erdball ausgedehnt. Heute gibt es wohl kaum einen Ort dieser Welt, der nicht per Flugzeug leicht und schnell erreichbar wäre. Im Jahre 2005 erfolgte dann der Erstflug des größten in Serienfertigung gebauten zivilen Verkehrsflugzeuges in der Geschichte der gesamten Luftfahrt – nämlich der des Airbus A380. Die Passagierzahl übersteigt damit schon die 800 Personen-Marke pro Flug und das Flugzeug ist längst das Massenbeförderungsverkehrsmittel unserer Zeit geworden.

Aber auch wenn die Menschheit sich über Jahrhunderte hinweg den Traum des Fliegens erfüllen konnte, gab es dabei auch sehr viele Rückschläge und Unglücke, die in der Vergangenheit unzählige Menschenleben gefordert hatten. Wohl die schwerste Katastrophe der Luftfahrt ereignete sich am 11. September 2001. Selbstmordattentäter lenkten zwei vollbesetzte Flugzeuge in die beiden Türme des World Trade Centers in New York. Ein weiteres Flugzeug wurde in das Pentagon in Washington D.C. gesteuert. Es kamen damals 3018 Menschen ums Leben. Und auch die Flugzeugkatastrophe von Teneriffa am 27. März 1977 ging in die Geschichte der schwersten Flugzeugunglücke ein. Auf der Startbahn des Flughafens Los Rodeos kollidierten zwei Flugzeuge miteinander. Die Opferzahl lag bei 583 Personen.

Aber auch die derzeitige Gesundheitskrise zeigt uns, wie schnell der Traum vom Fliegen vorübergehend wieder platzen kann. Seit Wochen, gar Monaten, ist unser Leben dadurch eingeschränkt und Fliegen ist seither für viele wiederum nur ein Traum. Aber auch diese Zeiten werden vorübergehen, und schon bald können wir nach wenigen Stunden Flug in einem fernen Land der Sonne wieder entgegen lachen. Und wer weiß, vielleicht können wir in der nahen Zukunft sogar schon einen Urlaub auf dem Mond buchen.

Quellennachweise: sphynx.de; luftfahrt-archiv.at; Bundesverband der deutschen Luft und Raumfahrtindustrie; Kampfflugzeuge, VPM Verlagsunion Pabel Moewig KG [ISBN: 3-8118-1663-2]; Chronik 1919 von Bodo Harenberg, Chronik-Verlag 1991 [ISBN: 3-611-00037-X]; NASA

Andrew Grimes

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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