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Gemeinsam durch die Corona-Krise

6 Min. Lesezeit

Nun hat die Pandemie durch den COVID-19 (Coronavirus) vollumfänglich auch Österreich erreicht. Gestern, den 10.03.2020, wurden von der Regierung entsprechende Gegenmaßnahmen gesetzt. Seit gestern ist auch in Österreich das öffentliche Leben eingeschränkt. Es gilt ab sofort ein Einreiseverbot aus Italien, zudem wurden Freiluftveranstaltungen mit mehr als 500 Personen und Veranstaltung in geschlossenen Räumen mit mehr 100 Personen verboten. Ebenso werden Universitäten vorübergehend geschlossen und auch präventive Schulschließungen werden vorbereitet. Vorerst gelten diese Verordnungen bis 03. April 2020. Es ist jedoch realistisch, dass die Maßnahmen verlängert werden und wir diesen Zustand mehrere Monate ertragen müssen. 

Unternehmen ringen ums Überleben

Aufgrund dieser Maßnahmen stehen viele Unternehmen und Kulturbetriebe vor dem Nichts. Auch Hotellerie und Gastronomie sind bereits schwer angeschlagen. Die wirtschaftlichen Folgen sind aktuell noch nicht vorhersehbar, werden jedoch nichts Gutes mit sich bringen. Auch im Kreise der Vintage-Szene gab es in den vergangenen 24 Stunden einen dementsprechenden Schock. Unzählige Veranstaltungen in Österreich mussten aufgrund dieser Maßnahmen kurzfristig abgesagt werden. Betroffen sind freilich die Veranstalter, aber auch Agenturen, Künstler und Aussteller. Sie alle haben bereits viel Zeit und Geld in die Organisation dieser Veranstaltungen gesteckt. Der Verlust ist nicht wieder gutzumachen. Auch Versicherungen kommen oft für einen solchen Schaden nicht auf.

Auch an unserer Redaktion ging dies nicht spurlos vorbei. Viele unserer Freunde und Bekannten sind davon betroffen und wissen aktuell weder ein noch aus. Wir möchten an dieser Stelle daher einen Appell an Menschen da draußen richten. In Zeiten wie diesen ist der Zusammenhalt besonders wichtig, wir alle sitzen im selben Boot und sollten daher rücksichtsvoll und hilfsbereit gegenüber anderen sein. Auch kleine Reibereien aus der Vergangenheit sollten aktuell nicht mehr wichtig sein, man kann zumindest für diesen kurzen Zeitraum das Kriegsbeil begraben und die Sache gemeinsam anpacken. Die Prämisse muss daher gemeinsame Schadensbegrenzung lauten!

Zusammenhalten und gegenseitig unterstützen

Wir haben uns daher über mögliche Gegenmaßnahmen zur Schadensbegrenzung den Kopf zerbrochen. Denn noch ist die Dauer dieser Maßnahmen nicht abzusehen und die Wahrscheinlichkeit einer Verlängerung ist groß. 

Veranstalter, Agenturen und Künstler

Daher empfehlen wir allen Veranstaltern, die eine Veranstaltung in den Monaten April und Mai geplant haben, sich der Sachlage bewusst zu werden und entsprechend vorauszuplanen. Hier gilt eine gute Risikoabschätzung, sollte es dazu kommen, dass diese Maßnahmen verlängert werden. Sie sollten sich nicht auf “Das wird schon werden” verlassen! Vorsicht ist besser als Nachsicht. Auch Künstler sollten sich auf einen auftrittlosen Frühling gefasst machen.

Möglichkeiten, diese Zeit zu überbrücken und den finanziellen Schaden zu reduzieren, gibt es hier leider sehr wenige. Jedoch bietet uns die moderne Technik einiges, dass wir vielleicht dazu nutzen könnten. Veranstalter, Agenturen und Künstler könnten Auftritte und Konzerte im privaten Rahmen aufzeichnen oder gar live via Youtube streamen. Dies ist alles recht schnell und unkompliziert eingerichtet und auch finanziell nur ein ganz geringer Aufwand. Zusätzlich könnte man eventuell via Spendenaufruf oder durch ein kleines Entgelt auch finanzielle Schadensbegrenzung betreiben. Natürlich ist das alles kein Ersatz für eine Veranstaltung, aber immerhin eine Idee oder zumindest ein Ansatz einer Idee, wie man weiterhin mit den Fans in Kontakt bleiben könnte, und für die Anhänger ist es eine Möglichkeit, ihre Idole über einen anderen Weg zu unterstützen.

Händler und Gastronomie

Auch die Händler, allen voran die sogenannten Marktfahrer, sind schwer betroffen. Sie sitzen nun auf Waren, die sie nicht auf den geplanten Veranstaltungen verkaufen können. Ebenso betrifft es unzähliche Gastronomen, die aufgrund der Tourismuseinbußen doppelt angeschlagen sind. Für Händler bietet das Internet sehr viele kostenlose oder kostengünstige Optionen eines Online-Shops. Diese sind in wenigen Stunden eingerichtet und so kann man vielleicht ebenfalls Schadensbegrenzung betreiben. Produkte könnten zudem in einem bestehenden und etablierten Onlineshop eines anderen Händlers vorübergehend gelistet werden. Ebenfalls würde sich die Zusammenarbeit von Geschäftslokalen mit Markthändlern anbieten. Aus Solidarität können Händler ihre Waren (die Bestseller) in einem Geschäft ausstellen und als Gegenleistung mit Arbeitskraft aushelfen. So könnten sich zudem unerwartet positive Kooperationen ergeben.

Auch Gastronome mit eigenem Betrieb könnten Themenabende in kleinem Rahmen veranstalten (unter 100 Personen). Auch hier können Musiker eingeladen werden, die aktuell “arbeitslos” sind und die Gäste unterhalten. 

Natürlich stellen diese Vorschläge nur Ideen dar, vermutlich sind einige davon auch naiv und unüberlegt. Sehen Sie es als öffentliches Brainstorming an und versuchen wir, gemeinsam die Lage etwas zu verbessern. Voraussetzung dafür ist jedoch die Bereitwilligkeit selbst etwas zu geben, denn nur so bekommt jeder ein kleines Stück vom Kuchen. Und besser ein kleines Stück als gar keinen Kuchen! 

In diesem Sinne können wir allen Betroffenen dieser nostalgischen Gemeinschaft nur viel Erfolg und Gesundheit wünschen: Bleiben wir in guter Hoffnung, dass diese Pandemie bald ein Ende nehmen mag.

Andrew Grimes wurde in den siebziger Jahren in der Bundeshauptstadt Wien geboren. Schon in seiner Jugendzeit lauschte er gerne alten Musikstücken, interessierte sich für geschichtliche Ereignisse und erfreute sich am historischen automobilen Rennsport. Etwa 2015 begann sich seine Leidenschaft auch auf seine Lebensweise auszuwirken. Langsam änderten sich Interessen sowie Kleidungsstil, auch besuchte Andrew Grimes immer häufiger einschlägige Veranstaltungen der sogenannten Vintage-Szene.

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