Der Lipizzaner [Slowenisch: Lipicanec] ist eine weltbekannte alte Pferderasse, die gemeinhin mit der spanischen Hofreitschule in Wien assoziiert wird. Ursprung und damit Geburtsstätte dieser überaus robusten und langlebigen Pferderasse ist ein kleiner Ort namens Lipica [Italienisch: Lipizza] in Slowenien. Unweit vom italienischen Triest gelegen wurden dort 1580 die ersten Pferde dieser Rasse, damals noch “Karster” genannt, in der ehemaligen Habsburgermonarchie gezüchtet. Der Name Lipizzaner tauchte dann erstmals im Jahre 1786 auf. Die Lipizzaner enthalten genetische Anteile von spanischen, neapolitanisch/italienischen und arabischen Pferden und sind zumeist Schimmel [92%]. Aber auch andere Fellfarben sind möglich, gelegentlich auch Braune, Rappen, Füchse und Falben.

Karussell-, Reit-, Paradepferde und Kutschpferde


Lipizzanerstute „Samira“ mit Vintagemodell „Lady Ella Fox

Aufgrund des rauen Klimas des kargen und gebirgigen Karsts in dem Lipica liegt, verfügen die Pferde über beste Gesundheit, starke Knochen und harte Hufe. Außerdem zeichnet sie eine  ausserordentliche Zähheit und Langlebigkeit aus, weswegen sie gerne als Militärpferde, aber auch als Kutschen- und Reitpferde herangezogen wurden. Vor dem ersten Weltkrieg mußte die Zuchtstätte in Lipizza evakuiert werden. Ein Teil der Pferde wurde in das Gestüt Kladrub an der Elbe verbracht, ein anderer Teil wanderte nach Laxenburg bei Wien. Später wurde zudem die österreichische Zuchtstätte im steirischen Piber gegründet. Durch weitere Evakuierungen im zweiten Weltkrieg verteilte sich das Gestüt in fast ganz Europa und so existieren heute elf Zuchtstätten für Lipizzaner in den Ländern Österreich, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Italien, Ungarn und Rumänien. Private Lipizzanerzuchten finden sich weiters in den USA, in Südafrika, Frankreich und Dänemark.

Die Spanische Hofreitschule


Die Spanische Hofreitschule ist eine österreichische Reit-Institution, die ursprünglich der reiterlichen Ausbildung der kaiserlichen Familie diente. Es werden dort ausschließlich Lipizzaner ausgebildet, und sie ist bis heute einer der wichtigsten Orte zur Erhaltung der klassischen Reitkunst. Im Jahr 2005 wurde das Trainingszentrum Heldenberg gegründet und seither werden Lipizzaner erstmals auch außerhalb der Hofreitschule trainiert. Die Ausbildung wird dabei in drei Stufen absolviert – Remontenschule, Campagneschule und Hohe Schule. Vorführungen dieser hohen Reitkunst können täglich, außer Sonntag und Montag, besucht werden. 

Ebenso wie die Spanische Hofreitschule sind sämtliche Zuchtstätten und das Trainingszentrum zu bestimmten Zeiten  öffentlich zugänglich. Hier kann man einen Einblick in die Aufzucht, das Training und den Alltag dieser besonderen Pferde nehmen. Informieren Sie sich dazu bitte unter den nachfolgenden Links:

Quellennachweise: lipizzanerheimat.com; derheldenberg.at; 
lipica.org; srs.at; 

Vintagemodell: Lady Ella Fox

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