Auch wenn die bekanntesten Dandys der Geschichte männlich waren, heißt das nicht, dass Frauen aus dem “Dandyismus” ausgeschlossen werden. Tatsächlich ist der weibliche Dandy eine wirklich rare Erscheinung und als sogenannte “Quaintrelle” bekannt. Auch unter den eher uneleganteren Begriffen wie “Dandyess” oder “Dandizette” bekannt.

Frauen im Anzug und Frack


Denken Sie an Marlene Dietrich im Anzug, oder an die Malerin Tamara de Lempicka, eine polnische Emigrantin, die gerne mit Pablo Picasso flanierte und ungewöhnliche Hüte im Tricorn-Stil trug. In Anlehnung an die Männermode erlangte die Quaintrelle eine Art männlicher Macht, wie eine deutsche Zeitschrift damals bemerkte: ”Ihre Hände sind bekleidet, sie sind behutet und unzugänglich; kalte und verstörende Schönheiten, die ein gewaltiges Wesen durchdringt – diese Frau ist frei!

Das Phänomen des weiblichen Dandys kam mit den Flappern in den Zwanzigerjahren auf. Coco Chanel gilt gemeinhin als die erste Quaintrelle, ganz in Schwarz und sehr androgyn. In besagten Jahren war die erste großartige Periode von Chanel, zumal es sicherlich auch viele andere Frauen gab, die den maskulinen Stil trugen. Das lag vor allem an der neuen Mode, aber auch am Aufblühen der Homosexualität und der Idee einer Zivilisation ohne Geschlechter.

Dandyess par excellence


Anfang der 30er-Jahre kam Marlene Dietrich – eine Dandyess par excellence. “Ich ziehe mich für das Image an. Nicht für mich, nicht für die Öffentlichkeit, nicht für Mode, nicht für Männer!“, fasste die Schauspielerin einmal den Reiz der Quaintrelle zusammen. 

Ein Quaintrelle ist, wie es in einem Online-Wörterbuch heißt, „eine Frau, die ein Leben voller Leidenschaft führt, das sich durch persönlichen Stil, gemächlichen Zeitvertreib, Charme und die Pflege der Freuden des Lebens ausdrückt“, was eigentlich ein Ziel für uns alle sein sollte. 

Quellennachweise: urbandictionary.com; marlene.com; delempicka.org

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